Politik : Rotes Kreuz und THW sind schon vor Ort

Rainer W. During

Berlin - Die ersten deutschen Hilfsmannschaften sind am Dienstag in die Katastrophengebiete aufgebrochen. Technisches Hilfswerk (THW) und Deutsches Rotes Kreuz (DRK) schickten Teams nach Thailand, Sri Lanka und Indonesien, um dort bei der medizinischen Versorgung, der Bergung und der Trinkwasserbereitung Unterstützung zu leisten. Das THW hat 15 Mann seiner Schnelleinsatzeinheit für Bergungseinsätze nach Phuket geflogen. Die Ausrüstung der Truppe besteht aus Rettungs- und Ortungsgerät sowie Spürhunden. Weitere 14 Spezialisten wurden nach Sri Lanka entsandt, wo sie rund 100 Kilometer südlich von Columbo im Raum Galle eine mobile Trinkwasseraufbereitungsanlage installieren. Alle Helfer sind gegen Seuchen geimpft, sagte THW-Sprecherin Astrid Czerny.

Das DRK schickt an diesem Mittwoch fünf Experten mit einer Anlage, die bis zu 600 000 Liter Trinkwasser am Tag aufbereiten kann, nach Sri Lanka. Am Donnerstag fliegen fünf bis sieben Mediziner und Techniker mit einer Mobilambulanz für die Betreuung von bis zu 20 000 Menschen voraussichtlich nach Jakarta, um dann im indonesischen Katastrophengebiet zum Einsatz zu kommen. Da der Unterhalt beider Einrichtungen jeweils rund 100 000 Euro im Monat kostet, bat das Rote Kreuz dringend um Spenden.

Das Bundesinnenministerium schickte schon am Montag drei Kriminalbeamte und einen Gerichtsmediziner als Vorhut des Identifizierungskommandos des Bundeskriminalamts nach Phuket. Sie sollen bei der Identifizierung von Opfern helfen und Unterstützungsmöglichkeiten erkunden. Der Koordinator André Stülz habe aus Phuket berichtet, dass es den nördlich gelegenen Bereich Phang Nga besonders schlimm getroffen habe, berichtete der Malteser Hilfsdienst. Ebenso wie in Indien wird versucht, über örtliche Partnerorganisationen Unterstützung zu leisten. 250 000 Euro wurden als Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Der Arbeiter-Samariter-Bund ist bereits seit 2002 auf Sri Lanka engagiert und will die Beschaffung von Hilfsmitteln im Land finanziell unterstützen. In Berlin-Tegel werden Hilfsgüter wie Medikamente, Decken und nicht verderbliche Lebensmittel kostenlos abgefertigt und via Frankfurt ins Katastrophengebiet gebracht. Direkte Hilfsflüge ab Berlin sind bisher nicht geplant.

Hotline der Bundesregierung: 030/50001000; Hotline des Deutschen Roten Kreuzes: 089/6807730

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