Politik : Rotes Kreuz und UNO:In Nordkorea drohtHungerkatastrophe

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Das Rote Kreuz befürchtet eine große humanitäre Katastrophe in Nordkorea$ HAMBURG/SEOUL/PEKING (dpa/rtr).Das Rote Kreuz befürchtet eine große humanitäre Katastrophe in Nordkorea, falls dem kommunistischen Land nicht rasch mit großen Mengen Lebensmitteln geholfen wird.Fast alle 24 Millionen Nordkoreaner seien von einer Hungersnot bedroht.Der Repräsentant der Internationalen Rotkreuzverbände in Pjöngjang, Grönning, sagte am Dienstag, selbst wenn sofort Hilfezusagen kämen, würde es Wochen dauern und viele Menschen würden sterben, bis die Nahrung zu den Hungernden gelangen könnte.Einen dringenden Hilfeappell erließ auch das UNO-Welternährungsprogramm (UNFP). -Die Exekutivdirektorin des UNO-Welternährungsprogramms, Catherine Bertini gab in einem Interview der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" an, das WFP habe Deutschland vergebens um Hilfe gebeten.Der reiche Teil der Welt müsse aufwachen.Bei den Hungernöten in Afrika sei es um vier bis fünf Millionen Menschen gegangen, in Nordkorea hungerten die meisten der dort lebenden 24 Millionen Menschen. Zu dem Vorwurf Bertinis erklärte ein Sprecher des Bundesentwicklungsministeriums: "Die Mittel aus dem laufenden Haushalt sind bereits verplant." Im vergangenen Jahr habe des Auswärtige Amt mit 450 000 Mark geholfen. In Nordkorea fehlen nach UNO-Erhebungen aufgrund der Mißwirtschaft und zweier Flutkatastrophen 2,3 Millionen Tonnen Lebensmittel.Die Menschen ernährten sich derzeit von einer täglichen Reiszuteilung von weniger als 100 Gramm pro Person und Tag sowie unter anderem von Rübenstrünken, Wurzeln und Blättern, wie Bertini in der "Zeit" sagte.Besonders schlimm stehe es um die Kinder."Ich fürchte, die Situation ist extrem ernst." Südkorea will als Antwort auf den jüngsten UNO-Appell seine Nahrungsmittelhilfe für die Hungernden in Nordkorea ausweiten.Das kündigte Außenminister Yoo Chong Ha in Seoul an.Erst am Montag waren die ersten innerkoreanischen Rot-Kreuz-Gespräche in Peking über eine direkte Lieferung von Lebensmitteln an Nordkorea nach Streitigkeiten über die Transportwege auf unbestimmte Zeit verschoben worden.Gleichzeitig bekräftigte Yoo die Position Seouls, wonach eine direkte Hilfe auf Regierungsebene von einer Zusage Pjöngjangs für die geplanten Friedensgespräche abhänge.Das nordkoreanische Rote Kreuz machte am Dienstag Südkorea für das Scheitern der Gespräche verantwortlich gemacht.

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