Politik : Royals Lebensgefährte tritt nicht an

Sozialisten-Chef will nicht Präsident werden

Hans-Hagen Bremer

Paris - Nach dem Verzicht von François Hollande, dem Vorsitzenden der französischen Sozialisten, sich um die Präsidentschaftskandidatur für seine Partei zu bewerben, sind die Chancen seiner Lebensgefährtin Ségolène Royal weiter gestiegen. Er werde nicht antreten, erklärte Hollande am Wochenende in einem Zeitungsinterview, da er nicht als zusätzlicher Bewerber auftreten wolle. Nach Royal, der derzeitigen Präsidentin der Region Poitou-Charentes, haben jetzt auch der ehemalige Wirtschaftsminister Dominique Straus-Kahn sowie der einstige Premierminister Laurent Fabius ihren Anspruch auf die Nominierung 2007 offiziell bekannt gegeben.

Die Frist für die Abgabe der Bewerbungen zur Kandidatenkür durch die 200 000 Parteimitglieder der Sozialisten läuft am Dienstag ab. Ob Ex-Kulturminister Jack Lang, der ebenfalls sein Interesse angemeldet hatte, als vierter Bewerber zur Abstimmung stehen wird, erscheint fraglich. Nach zwei neuen am Wochenende veröffentlichten Umfragen unter Anhängern der Sozialisten führt Royal unverändert mit 49 beziehungsweise 50 Prozent Zustimmung vor Straus-Kahn mit 14 und Fabius mit sechs Prozent.

Aufsehen erregte die Aussage eines Mitglieds aus Royals Familie, wonach es einer ihrer Brüder gewesen war, der im Jahr 1985 als Agent des französischen Geheimdienstes im Hafen von Auckland (Neuseeland) die Bombe anbrachte, durch die das Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior zerstört wurde und ein Fotograf ums Leben kam. Die neuseeländische Regierung, die 1991 nach der Überstellung zweier als Mittäter verurteilter Agenten an Frankreich vertraglich auf weitere Verfolgungen verzichtete, will nach Mitteilung eines Regierungssprechers keine neue Untersuchung eröffnen.

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