Politik : Ruanda wirft Paris „aktive Rolle“ bei Völkermord vor

Nairobi - Ruanda wirft Frankreich eine „aktive Rolle“ im Völkermord an der Tutsi-Minderheit im Jahr 1994 vor. Nach dem Bericht einer Untersuchungskommission der Regierung, die zwei Jahre lang Überlebende und Augenzeugen befragt hatte, war Frankreichs Behörden klar, dass es Planungen für den Völkermord gab. Auch habe Frankreich eine Rolle bei der Ausbildung der Hutu- Milizen gespielt, die in 100 Tagen 800 000 Tutsi und gemäßigte Hutus ermordeten, zitierte die BBC aus dem Bericht. Französische Soldaten sollen zudem an den Verbrechen beteiligt gewesen sein.

In dem Bericht werden 33 Offiziere und Politiker aus Frankreich aufgeführt, die wegen ihrer Rolle strafrechtlich verfolgt werden sollten, unter ihnen der verstorbene Präsident François Mitterrand und Ex-Premier Dominique de Villepin. Ruandas Präsident Paul Kagame hatte vergangene Woche von „schwerwiegenden Beweisen“ für eine Verbindung Frankreichs zu dem Hutu-Regime, das für den Völkermord verantwortlich war, gesprochen. Paris räumte in der Vergangenheit „politische Irrtümer“ ein, bestritt aber eine Verwicklung in den Völkermord. dpa

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