Politik : Rücktritt nach Gewalt auf Madagaskar

Antananarivo - Nach den regierungskritischen Protesten mit 28 getöteten Demonstranten in Madagaskar hat Verteidigungsministerin Cécile Manorohanta ihren Rücktritt erklärt. Nach den Ereignissen habe sie entschieden, nicht länger der Regierung angehören zu wollen, sagte Manorohanta am Montag. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte, die Verantwortlichen für den Tod der Demonstranten vor Gericht zu stellen.

Manorohanta drückte den Hinterblieben der getöteten Demonstranten ihre Anteilnahme aus. Sie sei immer der Ansicht gewesen, dass die Sicherheitskräfte zum Schutz der Bevölkerung bestimmt seien. Ein deutscher Ex-General hatte Manorohanta in den vergangenen Monaten beraten. Sie wollte die Armee als solche auflösen und lediglich noch den Küstenschutz ausbauen. Allerdings ist die Armee auf Madagaskar groß und es gab einige Widerstände bei den Offizieren, die ihre Pfründe dann verloren hätten. Am Montag sagte sie: „Gerade als Mutter kann ich diese Gewalt nicht akzeptieren.“ Nach dem Rücktritt Manorohantas ernannte das Kabinett den Admiral Mamy Ranaivoniarivo zum Nachfolger. Dieser leitete bislang das Militärkabinett von Staatschef Marc Ravalomanana.

Nach den Oppositionsprotesten schaltete sich auch die internationale Gemeinschaft in die Krise in Madagaskar ein. Im Auftrag von UN-Generalsekretär Ban reiste der Sondergesandte Haile Menkerios in die Hauptstadt Antananarivo. Bei einem Treffen mit Ravalomanana rief er beide Seiten zum Dialog auf und bekundete seine Bereitschaft, zu einer friedlichen und demokratischen Lösung des Konflikts beizutragen. Danach wollte er sich mit Ravalomananas Rivalen, dem Ex-Bürgermeister der Hauptstadt, Andry Rajoelina, treffen. AFP/deh

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