Politik : Rückzieher

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Die staatlichen Lebensmittelunternehmen des Konzerns SME sollten 1985 für rund 250 Millionen Euro an den Computerhersteller Carlo De Benedetti verkauft werden. 48 Stunden nach der Bekanntgabe der Vertragsunterzeichnung intervenierte der damalige Regierungschef Bettino Craxi gegen die Privatisierung von Staatsunternehmen. Craxi argumentierte mit dem viel zu niedrigen Preis. Das Geschäft wurde vorläufig gestoppt. Einige Wochen später machte ein neues Unternehmenskonsortium, ins Leben gerufen von der Fininvest Silvio Berlusconis, einen neuen Kaufvorschlag. An diesem Konsortium waren auch die Unternehmen Barilla und Ferrero beteiligt. Die Kaufinteressenten boten 300 Millionen Euro. De Benedetto klagte gegen die Auflösung des Kaufvertrages durch römische Richter. Er vermutete, dass Craxi seinem Freund Berlusconi das Geschäft zuschieben wollte. 1986 wurde die Klage abgelehnt. De Benedetti verlor auch in der zweiten Instanz. 1988 lehnte auch das Kassationsgericht seine Klage in dritter und letzter Instanz ab. Der SMEKonzern wurde schließlich für 1000 Millionen Euro an drei Interessenten verkauft. Die Mailänder Staatsanwaltschaft schließt nicht aus, dass Berlusconi und seine Manager die Richter bestochen kaben könnten. Dokumente sprechen von Schmiergeldern in Höhe von mehreren hunderttausend Euro. mig

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