Rüdiger D. : Witwe glaubt an Fluchtversuch

Die Witwe des in Afghanistan getöteten Bauingenieurs Rüdiger D. glaubt, dass ihr Mann bei einem Fluchtversuch erschossen wurde. Einen Zusammenbruch des Diabetes-Kranken hält sie für unwahrscheinlich: "Er hatte ausgezeichnete Zuckerwerte."

München"Mein Mann war kein Feigling", sagte die 41-jährige Martina D. in einem Interview mit der Münchner Illustrierten "Bunte". "Wahrscheinlich wollte er vor seinen Entführern fliehen oder hat versucht, sich gegen sie zu wehren", fügte sie hinzu. Dass der 43-Jährige wegen seines Diabetes zusammengebrochen sein könnte und deshalb erschossen wurde, glaubt sie nicht: "Es ging ihm in Afghanistan sehr gut."

Rüdiger D. sei aus wirtschaftlicher Not nach Afghanistan gegangen, weil in Deutschland die Aufträge ausblieben seien. "Mein Mann und ich waren uns der permanenten Gefahr, die in dem Land herrscht, bewusst. Ich hatte Angst, er hatte Angst", sagte Martina D., die nach eigenen Angaben mit ihrem Sohn inzwischen von Hartz VI lebt. Ihr Mann war am 18. Juli gemeinsam mit seinem 62 Jahre alten Kollegen Rudolf B. entführt und kurze Zeit später erschossen worden. Rudolf B. befindet sich weiterhin in der Hand der Geiselnehmer. (mit dpa)

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