Rüstung : Chávez schließt Milliardengeschäft mit Putin

Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat in Moskau einen 2,4 Milliarden Dollar schweren Rüstungsdeal abgeschlossen und mit Kritik an den USA nicht gespart: "Das US-Imperium ist die größte Bedrohung auf der Welt", so Chávez.

Moskau/Teheran - Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hat bei einem Besuch in Moskau mit Präsident Wladimir Putin Rüstungsabkommen im Wert von rund drei Milliarden Dollar (knapp 2,4 Milliarden Euro) abgeschlossen. Venezuela will nach den am Donnerstag geschlossenen Vereinbarungen der beiden Staatschefs 24 russische Kampfjets des Typs Suchoi Su-30 erwerben. Geplant ist außerdem die Lieferung von 30 Hubschraubern sowie die Errichtung einer Firma zur Produktion von Kalaschnikow-Schnellfeuerwaffen in Venezuela.

"Ich möchte Präsident Putin für seine Entschlossenheit danken, die Verteidigungsfähigkeit Venezuelas zu verstärken», sagte Chávez bei der Ankunft in Moskau. Er warf der US-Regierung vor, Venezuela nicht mehr mit Ersatzteilen für die F-16-Kampfjets aus US-Produktion beliefert zu haben. Der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow wies Appelle Washingtons zurück, das Rüstungsgeschäft mit Venezuela abzusagen.

"Das Imperium der USA ist die größte Bedrohung auf der Welt», sagte Chávez bei der Enthüllung einer Büste des südamerikanischen Freiheitskämpfers Simon Bolívar in einer Moskauer Bibliothek. Bei einem Besuch 2004 hatte er mit der russischen Regierung bereits den Kauf von 100.000 Kalaschnikow-Gewehren und mehreren Hubschraubern ausgehandelt. Nach Informationen der russischen Wirtschaftszeitung «Wedomosti» sollte nunmehr auch die Lieferung von Raketen des Typs TOR-M1 vereinbart werden.

Chávez wurde nach Ankündigung der iranischen Regierung am Freitag in Teheran erwartet. Geplant sei ein Treffen mit dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad. Chávez werde außerdem die neue venezolanische Botschaft in Teheran einweihen. Venezuela und der Iran gehören zur Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), die beiden Präsidenten gehören zu den schärfsten Kritikern von US-Präsident George W. Bush. (tso/AFP)

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