Rüstung : Nordkorea testet Antrieb von Interkontinentalrakete

Nordkorea bastelt weiter an einer Interkontinentalrakete. Laut einem Pressebericht wurde jetzt ein Antrieb getestet, mit dem eine Rakete sogar die Westküste der USA erreichen kann. Das Geschoss soll auf einem neuem Raketenstützpunkt perfektioniert werden.

SeoulNordkorea hat einem südkoreanischen Pressebericht zufolge auf einem neuen Testgelände das Antriebssystem einer Interkontinentalrakete getestet, die theoretisch die Westküste der USA erreichen könnte. Getestet wurde vermutlich das System einer Langstreckenrakete des Typs Taepodong-2, schrieb die Zeitung "Chosun Ilbo" am Dienstag unter Berufung auf Geheimdienstinformationen. Demnach machte ein US-Spionagesatellit, KH-12, ausfindig, dass auf dem noch im Bau befindlichen Raketenstützpunkt in Tongchang-ri an Nordkoreas Westküste dieses Jahr entsprechende Tests stattfanden. Die Taepodong-2-Rakete hat eine Reichweite von bis zu 6700 Kilometern und könnte somit Alaska oder Hawaii erreichen.

Nordkorea verfügt an der Ostküste in Musudan-ri über ein weiteres Raketentestgelände, von dem aus 1998 eine Rakete vom Typ Taepodong-1 über Japan abgefeuert wurde. Im Juli 2006 schoss Nordkorea von dort aus eine Taepodong-2-Rakete ab, die jedoch nach US-Angaben nur kurze Zeit in der Luft blieb.

Der Rüstungsexperte John Pike von GlobalSecurity.org hatte in der vergangenen Woche erklärt, die neue Raketenbasis an der Westküste diene einem umfangreichen Testprogramm. Offenbar beabsichtige Nordkorea, eine "zuverlässige Interkontinentalrakete" zu entwickeln. Der neue Stützpunkt sei wesentlich größer und aufwändiger als der bisherige in Musudan und verfüge überdies über bessere Transportverbindungen. (ae/AFP)

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