Rüstung : Venezuelas Präsident plant Waffen-Deal mit Russland

Russlands Staatschef Wladimir Putin und Venezuelas Präsident Hugo Chávez haben Gespräche über eine wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit geführt. Chávez möchte Luftabwehrraketen und U-Boote kaufen.

MoskauKremlchef Wladimir Putin hat kurz vor seiner USA-Reise in Moskau Gespräche mit Venezuelas Präsident Hugo Chávez über Waffenlieferungen geführt. "Wir haben Verhandlungen über unsere wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit vor uns", sagte Putin nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau. Er empfing den erklärten US-Gegner Chávez mit den Worten: "Ich freue mich sehr, Sie zu sehen." Chávez will nach russischen Medienberichten mit Putin unter anderem über die Lieferung von U-Booten mit Dieselantrieb und ein Raketenabwehrsystem verhandeln.

Er dankte Russland ausdrücklich für die Hilfe bei der Erneuerung seines Verteidigungssystems. "Wir brauchen ein starkes und aufstrebendes Russland und wollen unsere Zusammenarbeit ausbauen", sagte Chávez zum Auftakt seines Besuches in Russland.

Venezuela setzt auf russisches Know-how

Der Kreml hing den Besuch des venezolanischen Präsidenten niedrig, um nicht im Vorfeld der für diesen Sonntag geplanten USA-Reise Putins für Verstimmungen im Weißen Haus zu sorgen, wie russische Medien vermuteten. Chávez will nach seinem bis Samstag angesetzten Russland-Besuch nach Weißrussland und in den Iran weiterreisen.

Der venezolanische Präsident bekräftigte in Moskau die Absicht, sich mit Unterstützung Moskaus dem Druck Washingtons zu widersetzen. "Die USA haben anderen Staaten verboten, Flugzeuge mit US-Technik nach Venezuela zu verkaufen", sagte Chávez bei der Eröffnung des lateinamerikanischen Kulturzentrums "Simon Bolívar" in Moskau. Russland leiste einen wichtigen Beitrag, in dem es venezolanische Militärs ausbilde. Chávez äußerte nach Angaben russischer Agenturen Interesse am Bau eines russischen Atomkraftwerks in seinem Land.

Chávez' Einkaufsliste

Russische Zeitungen berichteten, Chávez wolle in Russland bis zu zehn U-Boote kaufen. Auch Teile des Kurzstrecken-Luftabwehrraketensystems TOR M-1 stünden auf der Einkaufsliste, schrieb "Iswestija". Der geplante Vertrag über die Lieferung von fünf U-Booten vom Typ 636 und vier weiteren der neuen Amur 677-Klasse habe ein Volumen von rund zwei Milliarden US-Dollar (1,5 Milliarden Euro), hatte die Zeitung "Kommersant" zuvor gemeldet.

Es ist bereits Chávez' fünfter Besuch in Moskau. Nach Angaben des Rüstungsexporteurs Rosoboronexport hat Venezuela seit 2005 mit Russland Rüstungsverträge über mehr als drei Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Darunter waren auch 24 Kampfflugzeuge, 35 Hubschrauber und 100.000 Kalaschnikow-Maschinenpistolen. (mit dpa)

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