Rüstungsgeschäfte : Sarkozy vereinbart mit Brasilien Bau von Atom-U-Boot

Frankreich will seine Rüstungsgeschäfte mit Brasilien ausweiten. Dazu haben Frankreichs Staatspräsident Sarkozy und Brasiliens Präsident Lula den Bau eines gemeinsamen Atom-U-Bootes beschlossen.

Sarkozy und Lula
Mit Handschlag besiegelt: Nicolas Sarkozy und Luiz Inacio Lula da Silva (r.). -Foto: dpa

Buenos Aires Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat mit seinem brasilianischen Amtskollegen Luiz Inácio Lula da Silva den gemeinsamen Bau des ersten atomgetriebenen U-Bootes für das südamerikanische Land vereinbart. Insgesamt werde Frankreich fünf U-Boote der "Suffren"-Klasse liefern, wovon eines mit französischer Hilfe in Brasilien mit einem Atomantrieb ausgerüstet werde, teilten beide Seiten am Dienstag nach dem Ende der Gespräche in Rio de Janeiro mit. Das U-Boot, mit dem Brasilien seine bis zu 300 Kilometer von der Küste liegenden Öl-Vorkommen schützen will, solle 2024 einsatzfähig sein. Sarkozy und Lula sprachen bei einer Abschlusspressekonferenz von einer "historischen" Vereinbarung.

Außerdem will Frankreich der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas im Rahmen der zugleich besiegelten Sicherheitspartnerschaft 50 Hubschrauber liefern. Sarkozy hatte nach dem EU-Brasilien-Gipfel am Vortag einen kurzen Staatsbesuch in Brasilien angehängt. Während er die milliardenschweren Rüstungsgeschäfte vereinbarte, besuchte seine Frau, die Sängerin Carla Bruni, an ihrem 41. Geburtstag eine Armensiedlung, wo ihr Kinder ein Geburtstagslied sangen.

Frankreich verdrängt Deutschland als Lieferanten

Der Wert des U-Boot-Vertrages wurde zunächst nicht mitgeteilt. Brasilianische Medien schätzten deren Volumen aber auf etwa 6,5 Milliarden Euro. Frankreich verdrängt mit dem Geschäft Deutschland als U-Boot-Lieferanten für Brasilien. Die Marine des größten südamerikanischen Landes kaufte in den vergangenen 25 Jahren fünf deutsche U-Boote aus der HDW-Werft in Kiel.

Die französischen Hubschrauber, die in Brasilien zusammengebaut werden sollen, kosten insgesamt etwa 1,9 Milliarden Euro. Frankreich versucht auch, Brasilien 36 neue Jagdflugzeuge vom Typ Rafale zu verkaufen. Darüber gab es jedoch noch keine Entscheidung. Brasilien legt besonderen Wert darauf, dass jedes Rüstungsgeschäft auch von einem Technologietransfer begleitet wird. Dazu ist Frankreich offenbar eher bereit, als der traditionelle brasilianische Waffenlieferant USA.

Medien: Sarkozy und Bruni wollen in Brasilien Weihnachhten feiern

"Die Kooperation im Rüstungsbereich wird es Brasilien ermöglichen, den für die Erneuerung seiner Streitkräfte notwendigen Technologiesprung zu tun", betonte Lula. Brasilien sei Frankreich sehr dankbar, dass es zu einer echten Partnerschaft bereit sei und es nicht nur auf einen schnellen Handel absehe, fügte Lula hinzu. Neben den Rüstungsgeschäften unterzeichneten die beiden Staatschefs auch neun Kooperationsabkommen unter anderem in den Bereichen Bildung, Umwelt und Schutz der Artenvielfalt des Amazonasregenwaldes.

Sarkozy und seine Frau wollten im Anschluss an den Staatsbesuch Medienberichten zufolge privat über Weihnachten in Brasilien bleiben. Dabei werde Bruni auch ihren leiblichen Vater, Maurizio Remmert, treffen und mit ihm erstmals Weihnachten feiern. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht. (ut/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben