Rumänien : Berliner Stipendiatin wurde Einreise verweigert

Rumänien hat einer Stipendiatin der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung die Einreise verweigert und sie auf eine nationale Liste von Gefährdern gesetzt. Dies geht aus einem Formular des rumänischen Innenministeriums hervor.

Wie der Tagesspiegel in seiner Donnerstagsausgabe berichtet, war die Berliner Wissenschaftlerin Alexandra Geisler zusammen mit fünf weiteren deutschen Nato-Gegnern unterwegs nach Bukarest, um anlässlich des Nato-Treffens an einem "Gegengipfel" teilzunehmen.

In einer gemeinsamen Stellungnahme bestätigte die rumänische Grenzpolizei und der Geheimdienst SRI dem Tagesspiegel, Ende März sechs Deutschen am Grenzübergang Calafat die Einreise verweigert zu haben. Die Deutschen gehörten zu einer "Organisation anarchistischer Ausrichtung" und seien eine "Gefahr für die öffentliche Ordnung".

Auch bei einem zweiter Einreiseversuch schickten die Grenzbeamten Alexandra Geisler zurück - diesmal mit der Begründung, sie stehe auf der nationalen Liste von Gefährdern.

Geisler hat eine Studie zum Frauenhandel in Osteuropa veröffentlicht, hat Rumänien in der Vergangenheit wiederholt besucht und schreibt zurzeit ihre Doktorarbeit an der Berliner Humboldt-Universität. "Ich kann nur hoffen, dass sie mich wieder von der Liste streichen", sagte die 33 Jahre alte Geisler dem Tagesspiegel. Wissenschaftliche Arbeit sei ohne Recherchen vor Ort kaum möglich.

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