• Rumänische Präsidentenwahl: Ex-Kommunist Iliescu gewinnt die Stichwahl und wird Präsident

Politik : Rumänische Präsidentenwahl: Ex-Kommunist Iliescu gewinnt die Stichwahl und wird Präsident

In der zweiten Runde der rumänischen Präsidentenwahl hat sich der Exkommunist Ion Iliescu gegen den Ultranationalisten Corneliu Vadim Tudor durchgesetzt. Iliescu erklärte in einer Fernsehansprache, nun sei "die Zeit der Versöhnung, Vereinigung und Zusammenarbeit" gekommen. Ziel Rumäniens sei die Aufnahme in die wirtschaftlichen und militärischen Bündnisse Europas. Zur Wahl Iliescus, der vor seiner dritten Amtszeit als Staatsoberhaupt seit dem Sturz der kommunistischen Diktatur unter Nicolae Ceausescu steht, hatten alle demokratischen Parteien aufgerufen. Ein Sieg Tudors hätte die Gefahr einer Isolation des wirtschaftlich schwer angeschlagenen Landes heraufbeschworen, befürchteten viele Politiker.

Wie die Zentrale Wahlkommission am Montag in Bukarest mitteilte, entfielen auf Iliescu nach Auszählung von fast 90 Prozent der Stimmen 66,69 und auf Tudor 33,1 Prozent. Die beiden Politiker hatten sich einer Stichwahl gestellt, nachdem sie beim ersten Wahlgang vor zwei Wochen als stimmenstärkste Kandidaten abgeschnitten hatten. Zu der Stichwahl waren 17,7 Millionen Bürger aufgerufen.

Der Einzug Tudors in die Stichwahl galt als Ausdruck des Wählerprotests gegen das Scheitern von Regierungen aller demokratischen Parteien im Kampf gegen Armut, Korruption und Wirtschaftskrise. Tudor hatte mit rechtsradikalen Sprüchen gegen eine "Zigeunermafia", Juden und die ungarische Minderheit in der ersten Runde am 26. November 28 Prozent der Stimmen bekommen. Am Sonntag bezeichnete er die Ergebnisse von Wählernachfragen, die ihn bei rund 30 Prozent Stimmenanteil hinter Iliescu sahen, als "größten Betrug in der rumänischen Geschichte des 20. Jahrhunderts." Iliescu von der Partei der Sozialen Demokratie (PDSR) hatte seine Karriere unter Ceausescu begonnen.

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