Politik : Rumsfeld: Kein Ende des Krieges in Sicht

Trotz der heftigsten Bombardements seit Beginn der Angriffe auf Afghanistan ist nach den Worten von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ein Ende des Krieges nicht abzusehen. Er könne nicht einschätzen, wie lange der Einsatz noch dauern werde, sagte er bei seinem Besuch am Montag in Neu Delhi. Er hoffe jedoch auf einen "möglichst schnellen" Abschluss.

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Ted: Sollen die USA ihre Bombardements unterbrechen? US-Verteidigungsminister Rumsfeld sagte nach einem Gespräch mit dem indischen Verteidigungsminister George Fernandes, er gehe davon aus, dass die US-Angriffe auf Afghanistan nicht Jahre dauern würden. Eine Zeitangabe könne er jedoch nicht machen. Der Kampf gegen den Terrorismus werde allerdings "eine Zeitlang" dauern. Afghanistan sei dabei nur "das erste Problem", räumte Rumsfeld ein.

Nur wenige Stunden zuvor hatte US-Generalstabchef Richard Myers in Washington vor einem sehr langen Konflikt in dem zentralasiatischen Land gewarnt. Der US-Einsatz in Afghanistan sei der wichtigste seit dem Zweiten Weltkrieg. Die USA seien darauf vorbereitet, dass er "sehr, sehr lange" dauern werde.

Die Taliban forderten indessen US-Familie auf, jeden Soldaten, der sich seit zwei Wochen nicht gemeldet hat, als getötet anzusehen. Die Taliban behaupten, dass 95 US-Soldaten während des Krieges ums Leben gekommen sind. Das Pentagon äußerte sich dazu nicht, bestreitet aber jeden Verlust von Soldaten. Die USA leugneten die Todesfälle, hieß es in einer Erklärung der Taliban. Die US-Armee habe die Überreste ihres am Wochenende abgestürzten Hubschraubers nur deshalb bombardiert, damit es keine Aufnahmen von Leichen und damit den Beweis für Opfer unter den US-Truppen geben könne. Die Taliban hatten bereits am Samstag behauptet, die US-Armee habe zwei Hubschrauber und bis zu 50 Soldaten verloren. Das Pentagon erklärte dagegen, die Luftwaffe habe alle Insassen gerettet und den Helikopter anschließend zerstört.

Die Offensive der Nordallianz scheint trotz anhaltender US-Luftangriffe auf Taliban-Stellungen ins Stocken zu geraten. Die oppositionellen Truppen vor Masar-i-Scharif kämen nicht wie geplant voran, erklärte ein Nordallianz-Sprecher. Eine der drei angreifenden Oppositionseinheiten komme nicht voran, sagte er. Die Truppen des usbekischen Kommandeurs Raschid Dostum seien nur 700 bis 1000 Mann stark gewesen, und ihre Moral sei nicht sehr groß. Neben Dostum seien Kämpfer der Organisation Dschamiat-e-Islami von Atta Mohammed sowie schiitische Gruppen unter dem Befehl von Mohammed Mohakik vorgerückt. Die drei Kommandeure hatten sich vor einer Woche getroffen, um eine Offensive auf Masar-i-Scharif noch vor Beginn des Winters und des Fastenmonats Ramadan zu planen.

An der Grenze Tadschikistans zu Afghanistan lieferten sich am Montag sechs bewaffnete Männer ein Feuergefecht mit russischen Grenztruppen. Die Bewaffneten seien bei Moskowski auf tadschikisches Gebiet vorgedrungen, hieß es in einer Erklärung der Grenztruppen vom Montag. Als die Soldaten in der Nacht versuchten, die Männer aufzuhalten, hätten diese das Feuer eröffnet. Nach einem 30-minütigen Gefecht seien sie geflohen.

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