Politik : Rund 460 000 Menschen sind auf der Flucht

BONN/GENF (AFP).Angesichts der militärischen Eskalation der Kosovo-Krise haben die Bonner Ausländerbeauftragte Marieluise Beck sowie private Hilfsorganisationen rasche Hilfsmaßnahmen für Flüchtlinge aus der Region gefordert.Beck erklärte am Donnerstag in Bonn, inzwischen seien rund 460 000 Menschen aus dem Kosovo auf der Flucht.260 000 von ihnen lebten als Vertriebene weiterhin in der südserbischen Provinz, die übrigen hätten sich in die Nachbarländer oder nach Westeuropa geflüchtet.Die unmittelbaren Nachbarn, aber auch die Türkei und Italien, richteten sich unterdessen bereits darauf ein, größere Flüchtlingskontingente aufzunehmen.Die Schweiz erklärte sich bereit, bis zum Jahresende mindestens 50 000 Flüchtlinge unterzubringen.Der jugoslawische UNO-Botschafter Branko Brankovic sagte, die NATO-Angriffe würden die Flucht von mindestens einer halben Million Menschen zur Folge haben.Um die angrenzenden Staaten, insbesondere Mazedonien, zu entlasten und Zufluchtsmöglichkeiten in der Region zu erhalten, müßten die Europäische Union und die Bundesregierung Initiativen zur Aufnahme von Flüchtlingen ergreifen, betonte Beck: "Hier liegt eine dringende Aufgabe." Die Verhinderung einer "humanitären Katastrophe" sei vordringlich.

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