Politik : Russisch-chinesischer Gipfel: Auf dem Weg zu Asiens Anti-Nato?

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Der gegenwärtige russisch-chinesische Gipfel ist bereits der dritte in weniger als einem Jahr. Beide Staatschefs hatten erst Anfang Juni in Schanghai ausführlich miteinander konferiert, als sich die eine Gruppe von sechs Staaten - neben Russland und China auch die zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan und Usbekistan darauf verständigten, ihre bisher lose Zusammenarbeit zu einem strategischen Bündnis umzubauen.

Offiziell begründeten die Teilnehmer dies mit der Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens gegen militante islamische Extremisten, die sowohl auf dem Gebiet der ehemaligen Union als auch in Chinas muslimischer Westprovinz Xinjiang Uigur zunehmend an Boden gewinnen. Beobachter werteten die neue Allianz, an der auch Indien, Pakistan und Iran Interesse bekundet haben, jedoch bereits als Anti-Nato, mit der Moskau und Peking ihre Vorstellungen von einer Welt mit mehreren Machtzentren durchsetzen wollen.

Russische Medien gingen daher davon aus, dass sowohl Putin als auch Jiang auf dem Gipfel deutlich anti-amerikanische Töne anschlagen werden. Putin kam am Montag auch sogleich zur Sache, wenn auch indirekt: Der russische Präsident hat die Auflösung der Nato gefordert, um die Teilung Europas zu überwinden. Das westliche Verteidigungsbündnis müsse durch eine gesamteuropäische Organisation ersetzt werden, sagte Putin dem "Corriere della Sera".

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