Russische Exklave : Polen baut Wachtürme an der Grenze zu Kaliningrad

Der Konflikt in der Ukraine schürt in Polen die Sorge vor einer russischen Aggression. Nun will Warschau die Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad verstärken - mit sechs bis zu 50 Meter hohen Wachtürmen.

Blick auf den Hafen der russischen Exklave Kaliningrad
Blick auf den Hafen der russischen Exklave KaliningradFoto: dpa

Polen will angesichts des Ukraine-Konflikts seine rund 200 Kilometer lange Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad verstärken. Nach Angaben des polnischen Grenzschutzes sollen sechs Beobachtungstürme errichtet werden, um die Grenze rund um die Uhr von dort aus zu überwachen. Derzeit werde die technische Ausstattung der 35 bis 50 Meter hohen Türme getestet, sagte eine Sprecherin der polnischen Grenzpolizei der Nachrichtenagentur PAP. Die Baukosten betragen den Angaben zufolge rund 14 Millionen Zloty (etwa 3,5 Millionen Euro).

Russland soll in Kaliningrad atomwaffenfähige Iskander-Raketen stationiert haben

Zwischen den Grenzregionen Polens und Kaliningrad besteht ein „kleiner Grenzverkehr“, der eine visumfreie Einreise ermöglicht. Im vergangenen Jahr reisten rund 3,2 Millionen Polen und 3,3 Millionen Russen in die Nachbarregion. Der Ukraine-Konflikt hatte darauf wenig Einfluss. Die Warschauer Regierung will aber wegen der Situation in der Ukraine Militärstandorte in Ostpolen verstärken.

Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite hatte im März erklärt, Russland habe atomwaffenfähige Iskander-Raketen in Kaliningrad stationiert, die "sogar Berlin erreichen" könnten. (dpa/AFP)

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