Politik : Russischer Ex-Agent beschuldigt den FSB

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London - Ein wegen Geheimnisverrats inhaftierter russischer Ex-Agent hat einen ranghohen FSB-Mann als angebliche Schlüsselfigur in der Giftmord-Affäre um Alexander Litwinenko genannt. Michail Trepaschkin, der früher beim Geheimdienst FSB war und jetzt im Ural in Haft sitzt, habe die Informationen dem britischen „Sunday Telegraph“ zukommen lassen. Trepaschkin hatte sich zuvor den britischen Ermittlern auf Spurensuche in Russland als Quelle angeboten, doch die russischen Behörden lehnten eine Befragung ab. Nach Angaben der Zeitung nannte Trepaschkin in einem Brief den Namen eines FSB-Obersten. Auf höchster Ebene im FSB sei eine „Gruppe“ beauftragt worden, mit dem abtrünnigen Agenten Litwinenko abzurechnen. Trepaschkin nannte außerdem Details, wie die Vergiftung Litwinenkos geplant worden sei.

Litwinenkos Witwe sagte indes, ihr Mann habe sich „niemals als eine erstrangige Zielscheibe gefühlt“. Er habe „natürlich Feinde gehabt“, sagte Marina Litwinenko der „Sunday Times“, aber keine Feinde, „die ihn auf diese furchtbare Weise umbringen“ würden. Ihr Mann habe sich im Exil „sicher gefühlt“, sagte sie. „Das Leben hier in England hat uns getäuscht“, fügte die 44-Jährige hinzu. Als Ex-Agent habe er gewusst, „dass niemand dem FSB entkommt“. Zwar könne sie nicht beweisen, dass „diese Leute“ für seinen Tod verantwortlich seien. Aber sie sei sich sicher, dass sie ihm „nie vergeben haben“, dass er den Geheimdienst öffentlich kritisierte. dpa/AFP

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