• Russischer Luftangriff auf Flüchtlings-Konvoi - Mehrere Tote und Verletzte bei Beschuss auf einer Brücke

Politik : Russischer Luftangriff auf Flüchtlings-Konvoi - Mehrere Tote und Verletzte bei Beschuss auf einer Brücke

Bei einem russischen Luftangriff im Westen Tschetscheniens sind am Freitag nach tschetschenischen Angaben 50 Flüchtlinge getötet worden. Der russische Angriff habe sich auf eine Brücke gerichtet, teilte die Präsidentschaft in Grosny mit.Augenzeugen bestätigten, bei dem Angriff seien "zahlreiche" Menschen getötet und "mindestens 30 verletzt" worden. Die Flüchtlinge waren den Angaben nach in Richtung Inguschetien unterwegs.

Rund 7000 tschetschenische Flüchtlinge harrten am Freitagmorgen im strömenden Regen vor dem inguschetischen Grenzübergang Kawkas aus. Offenbar wollten einige von ihnen angesichts ihrer katastrophalen Lebensbedingungen wieder in die Heimat zurückkehren. Die meisten aber warteten auf nachkommende Freunde und Familienmitglieder. Knapp eine Woche nach der Schließung der Grenzen zur Nachbarrepublik Inguschetien öffnete das russische Militär am Freitag wieder vier bis fünf Kontrollpunkte für die Flüchtlinge. Die Übergangsstellen waren nach Fernsehberichten aber nur etwa drei Stunden lang geöffnet. Russland will bis Ende November die Hauptoffensive in Tschetschenien mit der Eroberung strategischer Stellungen und der Vernichtung der stärksten Rebellenverbände abschließen. Als vorgesehenen Termin nannte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag den 19. November, den Tag des OSZE-Gipfeltreffens in Istanbul, an dem auch Russland teilnimmt.

Bei dem Gipfeltreffen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) soll der überarbeitete KSE-Vertrag über den Abbau konventioneller Streitkräfte in Europa unterzeichnet werden. Dies sei der Grund für die geplante rasche Beendigung der Offensive in Tschetschenien, sagte der Ministeriumssprecher. Der KSE-Vertrag legt die Obergrenzen für Panzer, Artillerie und Kampfflugzeuge fest. Moskau hat mit dem Truppenaufmarsch im Kaukasus die im KSE-Vertrag festgelegten Begrenzungen verletzt. Hintergrund der Eile der Militärs dürften aber der einsetzende Winter sein sowie die Kritik, die Moskau bei dem Gipfel erwartet.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben