• Russland drängt Nordkorea und USA zum Dialog Pjöngjang droht mit Aufkündigung des Waffenstillstandsabkommens

Politik : Russland drängt Nordkorea und USA zum Dialog Pjöngjang droht mit Aufkündigung des Waffenstillstandsabkommens

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Moskau/Seoul/Peking (dpa). Moskau hat am Dienstag die Regierungen in Washington und Pjöngjang zu baldigen Verhandlungen zur Lösung des NordkoreaKonflikts aufgerufen. Die eskalierende Kriegsrethorik trage kaum zur Lösung der immer schwierigeren Lage auf der koreanischen Halbinsel bei, sagte Außenamtssprecher Alexander Jakowenko. Daher sehe Moskau „dringenden Bedarf“ für einen umgehenden, direkten Dialog Washingtons und Pjöngjangs.

Gleichzeitig äußerte sich Jakowenko besorgt über die Drohungen Nordkoreas, das Waffenstillstandsabkommen aufzukündigen, das den Korea-Krieg (1950-53) beendete. Dieses Dokument sei „die einzige Grundlage für Frieden und Stabilität auf der Halbinsel“. Nordkorea hatte am Dienstag angekündigt, das Waffenstillstandsabkommen aufzukündigen. Mit dem weitgehend symbolischen Schritt will Pjöngjang nach Ansicht von Beobachtern die Spannungen weiter erhöhen, um die USA zu direkten Verhandlungen über den Atomkonflikt zu drängen. Am Dienstag reiste zudem der nordkoreanische Außenminister Paek Nam Sun zu Gesprächen mit der chinesischen Führung nach Peking. Er wurde von Vizeaußenminister Wang Yi empfangen.

In einer Erklärung, die die nordkoreanische amtliche Nachrichtenagentur KCNA verbreitete, warf die Volksarmee den USA vor, ihre Militärpräsenz in der Region zu verstärken und eine Seeblockade gegen das kommunistische Land zu planen. Im Falle von Sanktionen werde die Volksarmee keine andere Wahl haben, als sich von den Verpflichtungen des Abkommens zu befreien. „Wenn die USA das Waffenstillstandsabkommen weiter verletzen, gibt es für Nordkorea keine Notwendigkeit, sich an den Pakt weiter gebunden zu fühlen“, hieß es. Die koreanische Halbinsel befindet sich formal immer noch im Kriegszustand, weil bisher kein Friedensvertrag zu Stande gekommen ist. Mit der Erklärung reagiert Pjöngjang offenbar auf einen Bericht der „New York Times“, dass die USA an einem Plan für Sanktionen arbeiteten, um die Aufgabe des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms zu erzwingen.

Ungeachtet der scharfen Rhetorik äußerte Nordkoreas Außenminister Paek Nam Sun in Peking allerdings den Wunsch seines Landes, den Konflikt friedlich durch Dialog zu lösen. Er war der ranghöchste Besucher Nordkoreas in Peking seit Ausbruch der Krise. Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums reagierte zurückhaltend auf die Erklärung zum Waffenstillstandsabkommen, das China als Teilnehmer des Krieges auf Seiten Nordkoreas mitunterzeichnet hatte. Die Sprecherin sagte, dass die Drohung für den Fall gelte, dass „einige Beteiligte weitere Maßnahmen unternehmen“, womit offenbar die USA gemeint sind. Alle Konfliktparteien müssten jetzt versuchen, den Dialog wieder aufzunehmen.

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