Russland : Drahtzieher für Politkowskaja-Mord weiterhin unbekannt

Vor über zwei Jahren erschütterte die Welt der Mord an der unabhängigen russischen Journalistin Anna Politkowskaja. Nun hat in Moskau der Prozess begonnen - doch die Justiz hat immer noch wenig in der Hand.

Anna Politkowskaja
Anna Politkowskaja. -Foto: dpa

MoskauDie russische Justiz weiß immer noch nicht, wer den Mord an der russischen Journalistin und Regierungskritikerin Anna Politkowskaja in Auftrag gegeben hat. Es werde weiter ermittelt, bislang gebe es aber noch keine konkreten Ergebnisse, sagte der Chefermittler der russischen Staatsanwaltschaft, Alexander Bastrykin, laut der Nachrichtenagentur Interfax am Montag. Es gebe "einige Versionen" über die Ereignisse, sagte Bastrykin. Bekannt sei den Justizbehörden dagegen der mutmaßliche Todesschütze. Die Ermittler wüssten auch, in welchem Land sie nach ihm suchen müssten. Es sei jedoch "eine andere Frage", ob sie seine Auslieferung erwirken könnten, sagte Bastrykin.

Mehr als zwei Jahre nach dem Mord an Politkowskaja müssen sich seit der vergangenen Woche vier Verdächtige vor Gericht verantworten. Der Prozess findet hinter verschlossenen Türen vor einem Moskauer Militärgericht statt. Angeklagt sind in dem Prozess ein russischer Polizist, zwei Tschetschenen sowie ein ehemaliger Sonderagent des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB. Sie sollen bei der Vorbereitung der Tat geholfen haben. Der mutmaßliche Todesschütze Rustam Machmudow ist weiterhin flüchtig.

Politkowskaja war am 7. Oktober 2006 im Treppenhaus ihres Moskauer Wohnhauses erschossen worden. Sie gehörte zu den wenigen Journalisten in Russland, die etwa über den Feldzug der russischen Truppen in Tschetschenien kritisch berichtet und schwere Menschenrechtsverletzungen angeprangert hatten. (mhz/AFP)

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