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Russland : Geheimdienst soll Terroranschlag in Moskau verhindert haben

Ein russisches Gericht hat Haftbefehle gegen drei mutmaßliche IS-Anhänger erlassen. Sie sollen einen Terroranschlag in Moskau geplant haben.

Einer der verhafteten Tschetschenen steht vor dem Haftrichter. Er soll laut dem russischen Geheimdienst FSB einen Terroranschlag in Moskau geplant haben.
Einer der verhafteten Tschetschenen steht vor dem Haftrichter. Er soll laut dem russischen Geheimdienst FSB einen Terroranschlag...Foto: dpa

Der russische Geheimdienst hat nach eigenen Angaben einen Terroranschlag mutmaßlicher IS-Anhänger auf den Nahverkehr in Moskau verhindert. Am Dienstag erließ ein Gericht Haftbefehl gegen drei Männer, die aus der Kaukasusrepublik Tschetschenien stammen. Russland begründet seine Luftangriffe in Syrien auch mit der eigenen Gefährdung durch den IS. Gleichzeitig wird verneint, dass das Risiko islamistischer Anschläge durch das Eingreifen größer geworden sei.

Die Agentur Tass zitierte einen Ermittler des Inlandsgeheimdienstes FSB, der vor Gericht sagte: „Der Terroranschlag sollte die Staatsorgane destabilisieren und ein Ende des russischen Einsatzes gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat in Syrien erreichen.“

Am Sonntag hatten FSB-Einsatzkräfte insgesamt zwölf Männer festgenommen, mehrere von ihnen sollen Trainingslager des IS in Syrien durchlaufen haben. In einer Moskauer Wohnung wurde angeblich eine Bombe mit der Sprengkraft von fünf Kilogramm Dynamit gefunden. Nach FSB-Schätzungen kämpfen etwa 2400 Russen aus dem muslimisch geprägten Nordkaukasus für die Terrormiliz, dazu kommen etwa 3000 Männer aus den früheren Sowjetrepubliken in Zentralasien.

Der IS ruft zum Heiligen Krieg gegen Russland und USA auf

Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat inzwischen in einer Audiobotschaft zum Heiligen Krieg gegen Russen und US-Amerikaner auf. "Islamische Jugend der Welt, entzündet den Dschihad gegen Russen und Amerikaner in ihrem Kreuzzug gegen Muslime", hieß es in der Botschaft, die am Dienstag verbreitet wurde.

Die USA begannen knapp zwei Wochen nach dem Kriegseintritt Russlands mit dem Abwurf von Munition. Damit sollen Rebellen im Kampf gegen den IS gestärkt werden. Zudem fliegt eine US-geführte Militärallianz regelmäßig Luftangriffe. Russland greift nach eigenen Angaben ebenfalls den IS in Syrien aus der Luft an. Der Westen wirft Russland jedoch vor, damit vor allem dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad den Rücken stärken zu wollen. (dpa/rtr)



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