Russland : Kreml-nahe Jugend klagt gegen Zeitungen

Die Kreml-treue russische Jugendorganisation „Naschi“ („Die Unsrigen“), hat in Moskau Klage gegen die „Frankfurter Rundschau“ und drei weitere europäische Zeitungen eingereicht.

Berlin - Das bestätigte der Anwalt von „Naschi“ am Freitag der „Frankfurter Rundschau“ (FR), wie es in der Redaktion hieß. Auch der britische „Independent“ sowie die französischen Blätter „Le Monde“ und „Journal du Dimanche“ sind betroffen. Die Jugendorganisation wirft ihnen vor, ihre Berichte über sie verletzten ihre Ehre und ihr Ansehen. FR-Chefredakteur Rouven Schellenberger sagte zu der Klage: „Wir freuen uns, dass unsere Berichterstattung auch in Russland aufmerksam verfolgt wird. Dass wir die russische Wirklichkeit anders beurteilen als Putins Jugendorganisation, ist in lupenreinen Demokratien selbstverständlicher Teil der freien Meinungsäußerung.“

Beanstandet wurden Texte über Demonstrationen der „Naschi“ gegen den Journalisten Alexander Podrabinek. Dieser hatte sich kritisch mit der sowjetischen Vergangenheit und ihrer Bewertung heute auseinandergesetzt. Die Folge waren eine Belagerung seines Hauses durch die „Naschi“ sowie Morddrohungen, deretwegen er sich zum Untertauchen gezwungen sah. „ Naschi“ gilt als Produkt des Kremls, die Organisation unterstützt Premier Wladimir Putin. Nach eigenenen Angaben war sie 2007 für Internet-Angriffe auf estnische Regierungsseiten verantwortlich. cvs

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