Politik : Russland liefert doch keine Raketen an Iran

Moskau - Russland verzichtet auf die Lieferung von Boden-Luft-Raketen vom Typ S-300 an den Iran. Der russische Generalstabschef Nikolai Makarow sagte am Mittwoch zur Begründung, die Lieferung der Raketen würden „zweifellos“ gegen die Sanktionen des UN-Sicherheitsrats verstoßen. Noch am selben Tag unterzeichnete der russische Präsident Dmitri Medwedew ein entsprechendes Lieferverbot.

In dem seit Jahren schwelenden Streit um das iranische Atomprogramm hatte der UN-Sicherheitsrat am 9. Juni auf erheblichen Druck der USA die bestehenden Sanktionen gegen Teheran verschärft. Sie betreffen nun auch die Lieferung konventioneller Waffen. Russland hatte den Verkauf des Luftabwehrraketen-Systems an Teheran schon vor Jahren beschlossen, aber auf Druck der USA und Israels nicht geliefert. Noch im Juni versicherte der russische Außenminister Sergej Lawrow, die UN-Sanktionen hätten keinen Einfluss auf das Raketengeschäft. Als „defensive Waffen“ fielen sie nicht unter die Einschränkungen. Nun hat Moskau seine Haltung geändert. AFP

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