Politik : Russland liefert Iran Brennstäbe

Moskau/Teheran - Russland hat mit der Lieferung von Nuklearbrennstäben für das erste iranische Atomkraftwerk bei der Stadt Buschehr begonnen. Die Nutzung der Brennstäbe im Iran werde von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) kontrolliert, teilte ein Sprecher des Außenministeriums am Montag in Moskau mit. Am Vorabend hatte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad in Teheran verkündet, sein Land werde ungeachtet der Verzichtsforderungen des Westens an den Plänen zur Urananreicherung festhalten.

Die Führung in Moskau betonte, dass sich der Iran verpflichtet habe, die verbrauchten Brennelemente an Russland zurückzugeben. Die Container mit dem Brennstoff wurden von IAEO-Inspektoren versiegelt und trafen am Sonntag in Buschehr ein. Mit der Inbetriebnahme des ersten iranischen Atomreaktors wird nach jahrelangen Verzögerungen im Herbst 2008 gerechnet. Die iranische Führung teilte in Teheran mit, dass die russischen Lieferungen für Buschehr nichts mit der eigenen Urananreicherung in der Anlage in Natans zu tun hätten. In Natans werde Uran für zukünftige iranische Atomkraftwerke angereichert, sagte Vizepräsident Gholamresa Aghasadeh am Montag in Teheran. Der Westen befürchtet, die Urananreicherung solle in Wirklichkeit zum Bau einer Atombombe führen. Die Führung in Teheran hat dies stets verneint. Die US-Geheimdienste hatten mitgeteilt, dass das begonnene Programm zum Bau einer Atombombe bereits 2003 eingestellt worden sei. Russland hat nach eigenen Angaben keine Erkenntnisse über Pläne Teherans für eine militärische Nutzung der Atomkraft. AFP/dpa

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