Politik : Russland: Moskau will Nordkorea Nukleartechnik liefern

Russland schließt eine Wiederaufnahme der seit mehr als zehn Jahren unterbrochenen zivilen nuklearen Zusammenarbeit mit Nordkorea nicht aus. Eine solche Vereinbarung könne bei den bevorstehenden Gesprächen des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Il in Moskau getroffen werden, sagte ein Beamter des russischen Atomministeriums am Mittwoch der Agentur Itar-Tass. Kim besichtigte unterdessen beim ersten größeren Stopp auf seiner langen Zugreise durch Russland eine Panzerfabrik in der westsibirischen Stadt Omsk.

Russland könnte beim Bau von Atomkraftwerken in dem Nachbarland helfen, zumal das zwischen Nordkorea und dem Westen vereinbarte Nuklearprojekt nicht vorankomme, sagte der Vertreter des Atomministeriums. Seinen Angaben nach hatten sowjetische Ingenieure in den achziger Jahren einen Forschungsreaktor in Nordkorea gebaut. Zurzeit gebe es keine Abkommen über eine Zusammenarbeit. Die USA, Japan und Südkorea hatten Nordkorea Hilfe beim Bau von Atomkraftwerken zugesagt, um das stalinistische Land von der Entwicklung eigener Nukleartechnik abzuhalten, die auch militärisch genutzt werden könnte.

Strikt von Schaulustigen und der Presse abgeschirmt, besichtigte Kim Jong Il am Mittwoch in Omsk die Rüstungsschmiede Transmasch, in der unter anderem Panzer des sowjetischen Typs T-80 gebaut werden. Das Werk, das wie die gesamte russische Rüstungsindustrie unter Auftragsmangel leidet, erhoffte sich von dem Besuch neue Geschäfte. Kim reist wie schon sein Vater Kim Il Sung nur mit der Eisenbahn ins Ausland. Am Freitagabend soll er in Moskau eintreffen und am Wochenende Gespräche mit Präsident Wladimir Putin führen.

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