Russland : Oppositionelle aus Psychiatrie entlassen

Die russischen Behörden haben den sechswöchigen Zwangsaufenthalt der Journalistin Larissa Arap in einer psychiatrischen Anstalt beendet. Arap, so die Behörden, sei dort nicht aus politischen Gründen eingewiesen worden.

MoskauNach einem sechswöchige Zwangsaufenthalt in einer psychiatrischen Anstalt ist die russische Oppositionelle Larissa Arap wieder in Freiheit. Sie durfte das Krankenhaus in der Nähe des nordrussischen Murmansk verlassen, wie eine ihrer Mitstreiterinnen von der oppositionellen Vereinigten Bürgerfront, Jelena Wasiljewa, sagte. Wasiljewa führte die Freilassung auf den öffentlichen Protest zurück.

Arap war am 6. Juli festgenommen und zwangseingewiesen worden, kurz nachdem sie einen Artikel über Kindesmisshandlung in einer örtlichen psychiatrischen Anstalt veröffentlicht hatte. Russische Menschenrechtler und die Organisation Reporter ohne Grenzen hatten gegen das Vorgehen protestiert und es mit der Praxis aus Sowjetzeiten verglichen, Dissidenten in Psychatrien wegzuschließen. Die Vereinigte Bürgerfront wird von dem früheren Schachweltmeister Garri Kasparow angeführt und gehört zur Oppositionsbewegung Anderes Russland.

Die Behörden wiesen die Vorwürfe, Arap sei aus politischen Gründen eingewiesen worden, zurück. Ein Forum unabhängiger Psychiater erklärte in der vergangenen Woche, die Journalistin benötige eine psychiatrische Behandlung, ihr Zustand erfordere jedoch keine Zwangseinweisung. (mit AFP)

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