Russland : Protest gegen Inhaftierung deutscher Studenten

Mehrere Politiker fordern wegen der Inhaftierung von zwei Bielefelder Studenten in Russland klare Worte von Angela Merkel. Die Bundeskanzlerin ist am Wochenende beim G8-Gipfel in St. Petersburg.

Düsseldorf/Berlin - "Die Menschenrechtslage in Russland muss auf der Tagesordnung stehen", sagte der Bielefelder Oberbürgermeister Eberhard David (CDU) der "tageszeitung". Es sei "fast schon lächerlich", wenn "das Verrichten einer Notdurft" als Inhaftierungsgrund genannt werde, betonte er.

Der Bielefelder SPD-Bundestagsabgeordnete Rainer Wend habe sich ebenso wie seine CDU-Kollegin Lena Strothmann an das Auswärtige Amt gewandt, damit die Bundesregierung in Russland auf die Freilassung der Studenten dringe, berichtet die Zeitung. "Es liegt die Vermutung nahe, dass die beiden von der Berichterstattung über den G8-Gipfel abgehalten werden sollen", sagte Wend. Er gehe davon aus, dass Merkel den Fall anspreche, in der gebotenen Diskretion. "Mit öffentlichen Anklagen erreicht man in solchen Fällen eher wenig."

Nach Angaben der Zeitung hatten die Bielefelder Fachhochschulstudenten eine Fahrradkarawane von G8-Kritikern nach St. Petersburg begleitet und darüber für ihr Campusradio berichtet. Am Montag seien sie von der russischen Miliz unter dem Vorwurf, in der Öffentlichkeit uriniert zu haben, festgenommen worden. Den Vorwurf hätten die beiden bestritten. Eine Richterin habe sie dennoch zu zehn Tagen Haft verurteilt. Ein Regierungssprecher sagte in Berlin, die Studenten würden konsularisch betreut.

Merkel fliegt am Samstag zum Gipfel der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G8) nach St. Petersburg. Bei dem Treffen stehen bis Montag Energiefragen im Mittelpunkt. (tso/ddp)

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