Russland : Putin will aufrüsten - Neue Atomwaffen geplant

Bei seiner jährlichen Telefonfragestunde, die auch im russischen Fernsehen übertragen wird, hat Präsident Putin angekündigt, neue Atomwaffen zu entwickeln. Putins Pläne dürften vor allem die USA erzürnen.

Wladimir Putin
Wladimir Putin will aufrüsten. -Foto: dpa

MoskauIm Zuge der Entwicklung der russischen Raketentechnologie seien "ganz neue" strategische Systeme in Vorbereitung, sagte Putin während einer "Frage-Antwort-Sendung" im staatlichen Fernsehen. Er meine damit nicht nur neue Interkontinentalraketen mit Mehrfachsprengköpfen vom Typ Topol-M - diese hat Russland heute bei einem Testflug erstmals gestartet - sondern auch "ganz neue Raketen", entgegnete der Präsident auf gezielte Fragen russischer Soldaten vom Stützpunkt Plessetsk im Norden des Landes. Genauere Angaben machte Putin jedoch nicht.

Neue Atomwaffen zur eigenen Sicherheit

Von Plessetsk aus war am Morgen eine Topol RS-12M-Rakete zu Testzwecken erfolgreich abgefeuert worden. Moskau plane die Entwicklung neuartiger Atomwaffen, um die eigene Verteidigung zu stärken, so der russische Präsident. Im Streit über den in Osteuropa geplanten Raketenschild hat Putin in jüngster Zeit wiederholt mit dem Rückzug aus wichtigen Abrüstungsverträgen gedroht, die seit dem Kalten Krieg etabliert wurden. Russland sieht durch das Abwehrsystem direkt vor seiner Grenze seine Sicherheitsinteressen bedroht.

Im Bezug auf seinen Iran-Besuch und die Diskussion um den Bau  eines Atomreaktors in Iran sagte Putin: "Der direkte Dialog führt schneller zum Erfolg als eine Politik der Drohungen und Sanktionen", im Staatsfernsehen. Iran sei im Energiesektor ein "sehr wichtiger Partner" Russlands. Putin ging auch auf Geheimdienstberichte im Vorfeld der Reise ein, die vor einem Anschlag auf ihn in Teheran warnten. "Das war nichts anderes als der Versuch, den Besuch zu verhindern", sagte der Kremlchef. Nach russischen Angaben stammten die Informationen von ausländischen Geheimdiensten. Putin hatte am Dienstag die iranische Führung in Teheran getroffen.

Putin kritisiert Irak-Politik der USA

In der alljährlichen Fragestunde, bei der russische Bürger per Telefon, über das Internet und bei Live-Schaltungen aus den Regionen Fragen stellen dürfen, übte Putin erneut deutliche Kritik an der Militärpolitik der USA im Irak. "Schießen können sie - aber keine Ordnung schaffen", sagte er. Er forderte von Washington ein konkretes Datum für einen Truppenabzug aus dem Irak. Neben diversen sozialen Versprechen kündigte der Präsident an, dass die russischen Streitkräfte bis 2015 mit modernsten Kampfjets, Atom-U-Booten und Interkontinentalraketen ausgestattet würden. "Das sind grandiose und zugleich auch realisierbare Pläne", sagte Putin. (mit dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar