Russland : Razzia gegen Bürgerrechtler in Petersburg

Berlin/St. Petersburg - Russische Behörden haben das Forschungszentrum der Menschenrechtsorganisation „Memorial“ in St. Petersburg durchsucht und die Festplatten aller Computer beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft begründete die Razzia mit Ermittlungen wegen eines als extremistisch eingestuften Artikels, der im Jahr 2007 in einer St. Petersburger Zeitung erschienen ist. Maskierte und mit Knüppeln bewaffnete Männer hätten am Donnerstag die Räume des Forschungszentrums besetzt, erklärte die Menschenrechtsorganisation, die sich besonders mit der Aufarbeitung des stali nistischen Terrors beschäftigt. Über den Zeitungsartikel wissen die Bürgerrechtler nach eigenen Angaben nichts. „Allem Anschein nach ist die Publikation nicht mehr als ein Vorwand für die Durch suchung“, erklärte die Menschenrechtsorganisation. Auf den beschlagnahmten Festplatten seien die Ergebnisse von zwanzig Jahren historischer Forschung gewesen, darunter die biografischen Angaben von mehreren zehntausend Opfern der stalinistischen Repressionen sowie Dokumente über die sogenannten Gulags, die Lager, in denen Regime gegner gefangen gehalten wurden. vs

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