Russland : Rebellen stürmen tschetschenisches Parlament - mehrere Tote

Tschetschenische Rebellen haben das Parlament der russischen Kaukasusrepublik gestürmt und Geiseln genommen. Sicherheitskräfte töteten die Angreifer.

Polizei und Soldaten sichern das Gebiet um das Parlamentsgebäude im Grosny ab.
Polizei und Soldaten sichern das Gebiet um das Parlamentsgebäude im Grosny ab.Foto: dpa

Aufständische haben am Dienstag das Parlament der russischen Kaukasusrepublik Tschetschenien angegriffen, mehrere Menschen getötet und zwischenzeitlich Geiseln genommen. Unter den Toten seien mehrere Sicherheitsbeamte, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Tschetscheniens Hauptstadt Grosny. Einem Parlamentssprecher zufolge wurden alle Angreifer anschließend durch Sicherheitskräfte getötet.

Nach Angaben eines Ministeriumssprechers kamen vier Menschen bei dem Angriff ums Leben, darunter drei Wachleute. Ein Parlamentsmitarbeiter wurde demnach verletzt. Die Lage in der tschetschenischen Hauptstadt war zunächst unübersichtlich. Ein Parlamentssprecher sagte unter Berufung auf das tschetschenische Innenministerium, alle Angreifer seien von Einsatzkräften getötet worden. "Der Einsatz ist beendet." Der Sprecher sprach von vier bis fünf Angreifern.

Die Rebellen stürmten offenbar am Morgen in das Parlamentsgebäude, töteten mehrere Sicherheitsbeamte und nahmen Geiseln, wie ein örtlicher Innenministeriumssprecher sagte. Die Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtete zudem von einem Selbstmordanschlag mit mindestens zwei Toten am Parlamentsgebäude.

Zuvor hatten russische Nachrichtenagenturen eine Schießerei an dem Parlamentsgebäude gemeldet, bei dem einer der Angreifer getötet worden sei. Zudem war von vier getöteten Parlamentsangestellten die Rede.

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Der Einsatz von Spezialkräften gegen die Angreifer auf das Parlament wurde RIA Nowosti zufolge von Tschetscheniens Präsident Ramsan Kadirow geleitet. Er sagte der Agentur Interfax, alle Abgeordneten seien unverletzt geblieben. Der Agentur zufolge befand sich Parlamentspräsident Dukuwacha Abdurachmanow zum Zeitpunkt des Angriffs in dem Gebäude und wurde unverletzt in Sicherheit gebracht. Russlands Innenminister Raschid Nurgalijew hielt sich demnach am Dienstag in Grosny auf.

Die russische Zentralregierung kämpft im Nordkaukasus seit Jahren gegen einen wachsenden Aufstand islamischer Extremisten. Die Region ist von bitterer Armut, der Rivalität von Stammesführern, Korruption und einem massiven Vorgehen der Sicherheitskräfte geprägt. Zwar hat die Regierung in Moskau den Kampf gegen tschetschenische Separatisten für entschieden erklärt. In den vergangenen Monaten kam es jedoch immer wieder zu Schießereien und Bombenanschlägen. (AFP/Reuters)

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