Politik : Russland: USA schüren Kaukasuskrise

Moskau - Unmittelbar vor dem Besuch von US-Außenministerin Condoleezza Rice in Georgien hat Russland den USA vorgeworfen, Spannungen im Kaukasus zu schüren. Wer im Konflikt um die abtrünnigen georgischen Provinzen Südossetien und Abchasien „die Provokateure schützt und Moskau für alles verantwortlich macht, erweist der georgischen Regierung einen Bärendienst“, teilte das russische Außenministerium mit. Das „Treiben Georgiens“ stelle eine Gefahr für „das Land und die Sicherheit im Südkaukasus“ dar. Die Region werde so auf die „Schwelle zu einem neuen bewaffneten Konflikt“ geführt, der „unvorhersehbare Folgen“ haben werde, hieß es weiter. Zuvor hatte Russland am Dienstag im UN-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf für eine friedliche Lösung im Konflikt um Abchasien und Südossetien eingebracht. Bei Gefechten waren dort in den vergangenen Tagen mehrere Menschen getötet worden.

Rice hatte am Dienstag gesagt, dass „einige Schritte“ Russlands in den vergangenen Monaten die Spannungen in der Region verschärft hätten. „Georgien ist ein unabhängiger Staat und muss auch wie einer behandelt werden“, sagte sie. Rice wurde für Mittwochabend in der georgischen Hauptstadt Tiflis erwartet, wo sie mit Präsident Michail Saakaschwili zu Abend essen soll. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist derzeit zu Besuch in Tiflis. Südossetien und Abchasien hatten sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in Unabhängigkeitskriegen von Georgien gelöst. Völkerrechtlich gehören sie zu Georgien, wirtschaftlich sind sie aber von Russland abhängig. Nach der Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo durch den Westen hatte Russland eine Verstärkung seiner Beziehungen zu den abtrünnigen Regionen angekündigt. AFP/dpa

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