• Russland will Atomwaffenarsenal ausbauen: John Kerry warnt vor Rückkehr in den Kalten Krieg

Russland will Atomwaffenarsenal ausbauen : John Kerry warnt vor Rückkehr in den Kalten Krieg

Russland will sein Atomwaffenarsenal ausbauen und das beunruhigt nicht nur die osteuropäischen Staaten, sondern auch die USA.

US-Außenminister John Kerry ist nach einem Beinbruch mit Krücken unterwegs.
US-Außenminister John Kerry ist nach einem Beinbruch mit Krücken unterwegs.Foto: AFP

US-Außenminister John Kerry hat angesichts des von Russland angekündigten Ausbaus seines Atomwaffenarsenals vor einem Rückfall in den Kalten Krieg gewarnt. "Ich denke, niemand will eine Rückkehr zu einem Zustand wie im Kalten Krieg", sagte Kerry am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Washington, zu der der einen Beinbruch auskurierende Minister aus seinem Zuhause in Boston zugeschaltet wurde. "Natürlich beunruhigt mich das", sagte Kerry zu Russlands Ankündigung, bis zum Jahresende mehr als 40 hochmoderne Interkontinentalraketen für seine Atomstreitkräfte anzuschaffen.

Kerry verwies auf den START-Abrüstungsvertrag, den Russland und die USA 1991 geschlossen und 2010 erneuert hatten. Darin wurde eine Verringerung der Atomwaffenarsenale beider Länder festgeschrieben. "Wir hatten eine enorme Zusammenarbeit seit den 90er Jahren zur Vernichtung von Atomwaffen, die sich auf den früheren Territorien der Sowjetunion befanden, und niemand will, dass wir einen Schritt zurück machen", sagte der US-Außenminister.

Russlands Staatschef Wladimir Putin hatte am Dienstag gesagt, die 40 Interkontinentalraketen, die er anschaffen wolle, seien fähig, "alle, selbst die technisch am weitesten entwickelten Luftabwehrsysteme zu durchbrechen". Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg kritisierte die Pläne umgehend und sprach von einer "gefährlichen" Maßnahme.

Sipri: Russland verfügt über die meisten Nuklearwaffen

Mehrere osteuropäische Staaten sind seit Russlands Annexion der Krim im Frühjahr vergangenen Jahres zusehends beunruhigt über das Vorgehen Moskaus. Dazu trägt auch die Ausweitung der russischen Militärpräsenz in der Ostsee sowie im Luftraum an ihren Grenzen bei. Die Baltenstaaten beantragten im April die dauerhafte Stationierung tausender Nato-Soldaten.

Nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri verfügt Russland unter den Atommächten der Welt über die meisten Nuklearwaffen. Ihre Gesamtzahl sank demnach zwar im Vergleich der Jahre 2014 und 2015 von 8000 auf 7500 Stück, die Zahl der einsatzbereiten Sprengköpfe stieg jedoch von 1600 auf 1780 Stück. (AFP)

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