Politik : Russlanddeutsche sehen sich weiterhin diskriminiert

Wiesbaden - Viele russlanddeutsche Aussiedler fühlen sich in Deutschland immer noch nicht akzeptiert. Qualifizierte Russlanddeutsche stünden vor „völlig unnötigen Hindernissen bei der beruflichen Eingliederung“, kritisierte der Vorsitzende der Landsmannschaft, Adolf Fetsch, beim Jahrestreffen in Wiesbaden. Dort versammelten sich mehr als 5000 Deutsche aus Russland und den anderen Staaten der Ex-Sowjetunion. Die Landsmannschaft wehrte sich auch gegen die Einschätzung, russlanddeutsche Jungen würden oft kriminell. Hessens Sozialministerin Silke Lautenschläger (CDU) sagte zu, sich für die leichtere Anerkennung der Berufsabschlüsse von Spätaussiedlern einzusetzen.

In Augsburg sprach am Wochenende der scheidende CSU-Chef Edmund Stoiber auf dem Jahrestreffen der Sudetendeutschen. Er bleibe den Sudetendeutschen als „viertem Stamm Bayerns“ verbunden. „Ich bin ja nicht aus der Welt, und meine Frau bleibt Sudetin“, sagte er. „Ich verabschiede mich im Bewusstsein, meine Kraft und mein Können in den vergangenen 14 Jahren immer voll und ganz für Sie eingesetzt zu haben.“ Er mahnte gleichzeitig zu Geduld: Die Einsicht in das Unrecht der Vertreibung müsse in der tschechischen Gesellschaft wachsen. dpa

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