Politik : Saberi machte aus Angst Falschaussage

Washington - In ihrem ersten Interview seit ihrer Freilassung aus iranischer Haft hat die US-iranische Journalistin Roxana Saberi über ihre Festnahme, Haft und Verhöre durch den iranischen Geheimdienst berichtet. Von Anfang an sei ihr Spionage für die USA vorgeworfen worden, sagte Saberi dem US-Rundfunksender NPR. Da niemand von ihrer Festnahme gewusst habe und sie mit niemandem Kontakt aufnehmen durfte, habe sie aus Angst eine Falschaussage gemacht und den Vorwurf der Spionage bestätigt.

Niemand habe beobachtet, wie sie am 31. Januar von vier Männern des iranischen Geheimdienstministeriums aus ihrer Wohnung geholt worden sei, berichtete Saberi. Noch am selben Tag sei sie in das Evin-Gefängnis am Stadtrand von Teheran gebracht worden, in dem viele politische Gefangene inhaftiert sind. In den ersten Tagen sei sie von früh bis spät von bis zu vier Männern verhört und bedroht worden. Sie sei „schwerem psychologischen und seelischen Druck“ ausgesetzt, aber nicht körperlich gefoltert worden.

Die Tage in Isolationshaft seien die schwerste Zeit gewesen. Sie habe viel gebetet. Nach mehreren Wochen sei sie in eine Zelle mit „anderen politischen Häftlingen“ gekommen. Darunter seien „einige der bewundernswertesten Frauen nicht nur des Irans, sondern der Welt“ gewesen, die ihr Kraft gegeben hätten, sagte die Journalistin.

Saberi war vor einer Woche nach mehr als drei Monaten in iranischer Haft in die USA zurückgekehrt. Ihre achtjährige Haftstrafe war in eine zweijährige Bewährungsstrafe umgewandelt worden. AFP

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben