Politik : Sachsen-Anhalt: CDU will Innenministerium übernehmen

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Berlin - Schon vor den zu erwartenden Koalitionsgesprächen zwischen CDU und SPD in Sachsen-Anhalt zeichnet sich ab, dass vor allem Innenminister Holger Hövelmann (SPD) um sein Amt bangen muss. Wie in Magdeburg zu hören ist, gilt der Christdemokrat Holger Stahlknecht als Favorit für den Posten. Im Gegenzug soll die SPD das derzeit CDU-geführte Kultusministerium bekommen. Als künftiger Amtsinhaber wird der evangelische Theologe Stephan Dorgerloh, seit 2008 Prälat in Wittenberg, gehandelt. Die Diskussion bei Christ- und Sozialdemokraten um die Verteilung von Ministerposten ist zudem ein weiteres Indiz für die Aussichtslosigkeit einer rot-roten oder rot-rot-grünen Option.

Eine kräftige Akzentverschiebung in der Landespolitik wäre vor allem die Übernahme des Innenministerpostens durch den in Niedersachsen geborenen Holger Stahlknecht. Der 46-jährige Ex-Staatsanwalt, Vizechef der CDU-Fraktion im Landtag, ist ein kantiger, offensiver Konservativer, der Konflikte nicht scheut. Diese Eigenschaften trugen offenbar dazu bei, dass Stahlknecht den Wahlkreis Wolmirstedt mit 42,4 Prozent eroberte – das war am Sonntag das beste Erststimmenresultat in Sachsen-Anhalt.

Stahlknecht ist das Gegenmodell zu Amtsinhaber Holger Hövelmann, der eher glücklos in einer langwierigen Polizeiaffäre agierte. Hövelmann könnte, heißt es in Koalitionskreisen, im Landtag Vorsitzender des Innenausschusses werden. Die SPD ist offenbar bereit, auf das Innenministerium zu verzichten, da die Übernahme des Kultusministeriums die bildungspolitische Kompetenz der Partei stärken würde.

Die jetzige Kultusministerin Birgitta Wolff (CDU) käme dann für das Amt der Wirtschaftsministerin infrage. Das passe auch besser zu der Wirtschaftswissenschaftlerin, heißt es in Magdeburg. Als weiterer Kandidat für das Amt des Wirtschaftsministers ist Thomas Leimbach (CDU) im Gespräch, er leitet seit 2004 das Landesverwaltungsamt. Wolff oder Leimbach würden die Nachfolge von Reiner Haseloff (CDU) antreten, der den Posten des Ministerpräsidenten in einer schwarz-roten Regierung anstrebt.

Am 19. April werden vermutlich der neue Landtag zusammentreten und die Regierung gebildet. Frank Jansen

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