Sachsen-CDU : Tillich folgt auf Milbradt

Die sächsische CDU hat Finanzminister Tillich zu ihrem neuen Landesvorsitzenden gewählt. Die Wahl zum Regierungschef soll folgen. Tillich tritt damit an die Stelle des bisherigen Parteivorsitzenden und Ministerpräsidenten Milbradt, der im Zusammenhang mit der Krise rund um die SachsenLB in die Kritik geraten war.

Tillich
Der neugewählte Landesvorsitzende der CDU in Sachsen, Stanislaw Tillich. -Foto: ddp

ZwickauStanislaw Tillich ist neuer Vorsitzender der sächsischen CDU. Der 49 Jahre alte bisherige Finanzminister erhielt am Samstag auf einem Parteitag in Zwickau 97,7 Prozent der Stimmen. Bei 218 abgegebenen und gültigen Stimmen bekam er nur fünf Gegenstimmen. Tillich löst Georg Milbradt (63) ab und soll am Mittwoch auch dessen Nachfolger als Regierungschef der schwarz-roten Koalition im Land werden. Nach der Krise um die Landesbank hatte Milbradt im April den Weg für einen Machtwechsel freigemacht. Eine politische Verantwortung für die Krise lehnte er stets ab.

Bei seiner Abschiedsrede als Parteivorsitzender verzichtete Milbradt auf eine selbstkritische Bilanz und ging mit keinem Wort auf die Landesbank ein. Vielmehr stellte er die Erfolge der Union in den Vordergrund. Seinen Rückzug aus den Ämtern stellte er als "Generationswechsel" dar.

Tillich erhielt das zweitbeste Wahlergebnis eines sächsischen CDU-Chefs. 1993 war der damalige Ministerpräsident Kurt Biedenkopf auf glatte 98 Prozent gekommen. Tillich warnte die SPD davor, sich mit den Linken zu verbinden. Zugleich lud er die Sozialdemokraten ein, die Arbeit der Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode im Herbst 2009 fortzusetzen. Die rechtsextreme NPD nannte er eine "Schande für Sachsen". "Die NPD, nicht aber ihre Wähler, müssen wir bekämpfen." (ck/dpa)

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