Sachsen : Nach Demos in Dresden: Polizei zieht positive Bilanz

Trotz 30 leicht verletzter Beamter: Die Großdemonstrationen zum 64. Jahrestag der Bombardierung Dresdens sind der Polizei zufolge überwiegend friedlich verlaufen.

Durch die Trennung des Aufmarsches der Rechtsextremen von den Gegendemonstranten seien gegenseitige Provokationen weitgehend verhindert worden, teilte der Polizeipräsident Dieter Hanitsch am Samstagabend mit. Demnach wurden drei Demonstranten vorübergehend festgenommen. 86 Teilnehmer wurden während des Einsatzes in Gewahrsam genommen, zum Teil, weil sie sich vermummt hatten und damit gegen das Versammlungsgesetz verstießen, oder weil sie "Passivbewaffnung" bei sich trugen.

Rund 4300 Einsatzkräfte versuchten die verschiedenen Demonstranten-Gruppen auseinanderzuhalten. Dabei kam es jedoch zu Angriffen auf Polizeibeamte, bei denen 30 Polizisten leicht verletzt wurden. Mehrere hundert Teilnehmer einer linken Demo hätten wegen der Trennung der Aufmärsche aggressiv auf die Polizeibeamten reagiert. Etwa 500 Demonstranten seien im Tagesverlauf "massiv gewalttätig" geworden.

Gewerkschafts-Bus auf Heimfahrt angegriffe
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Auf der Heimfahrt sind am Samstagabend mehrere hessische Demonstranten von Rechtsextremen angegriffen worden. Bei der Attacke auf einen DGB-Bus an einem Autobahnparkplatz bei Jena seien am Samstagabend fünf Personen leicht verletzt worden, teilte die Thüringer Polizei mit. Zum Teil seien die Opfer ambulant in einer Klinik behandelt worden. Die hessische Linkspartei sprach von zwei schwer und drei leicht Verletzten, darunter auch Mitglieder der Partei.

Mit einem Sternmarsch durch Dresden demonstrierten am Samstag tausende Menschen gegen einen Aufmarsch von etwa 6000 Rechtsextremen. Laut Polizei beteiligten sich etwa 6500 Menschen an der Gegendemo des Bündnisses "Geh Denken", die Veranstalter sprachen von bis zu 12.500 Demonstranten. Zu dem Sternmarsch hatte ein breites Bündnis von Kirchen, Parteien, Gewerkschaften und weiteren Initiativen aufgerufen. Zu einer weiteren Demonstration versammelten sich laut Polizei rund 3500 Anhänger des linken Spektrums. (rf/dpa/AFP)

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