Saddam-Prozess : Zeugen berichten von Vergewaltigungen

Im Prozess gegen den irakischen Ex-Staatschef Saddam Hussein wegen Völkermords an den irakischen Kurden haben Zeugen von brutalen Vergewaltigungen in Gefangenenlagern berichtet.

Bagdad - Ein Wächter habe die weiblichen Gefangenen regelmäßig begrabscht, sagte eine Augenzeugin vor Gericht, die gemeinsam mit ihrer Familie im April 1988 von irakischen Sicherheitskräften festgenommen worden war. Der Wächter habe eine Kurdin vor den Augen ihrer Familie vergewaltigt und anschließend erschossen.

Ein anderer Zeuge berichtete, eine Frau sei immer wieder vergewaltigt worden und habe sich deshalb das Leben genommen. Einige Häftlinge hätten daraufhin den Täter angegriffen und seien dafür misshandelt worden. Mehrere Zeugen sagten, die Sicherheitskräfte hätten den Kurden im Lager vorgeworfen, für den Iran zu spionieren.

In dem Prozess muss sich Saddam Hussein zusammen mit sechs Gefolgsleuten wegen Völkermords an nordirakischen Kurden in den Jahren 1987 und 1988 verantworten. Bei der "Operation Anfal" wurden mehr als 180.000 Kurden getötet. Dem ehemaligen Machthaber droht hierfür die Todesstrafe. Nach einem turbulenten Prozesstag, in dessen Verlauf Saddam Hussein und ein Mitangeklagter des Saals verwiesen wurden, wurde die Fortsetzung der Verhandlung auf Mittwoch vertagt. (tso/AFP)

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