Politik : Saddams Schicksal ist nicht entscheidend

Washington macht Kriegsverlauf nicht vom Diktator abhängig

G.Chwallek/H.Dahne (dpa)

Washington/Kairo. Während US-Truppen Vorstöße in das Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad unternehmen, denken die politischen Strategen in Washington über Szenarien für das „Endspiel“ im Irak-Konflikt nach. Dabei spielt Saddam Husseins Schicksal offenbar nicht mehr die zentrale Rolle. Für US-Präsident George W. Bush bedeute Erfolg die Entwaffnung und Entmachtung der bisherigen Regierung in Bagdad, sagt sein Sprecher Fleischer. Zwar sei das Schicksal Saddam Husseins „ein Faktor“. Die amerikanische „Mission“ setze sich jedoch fort, „ob er tot oder lebendig ist“. Letztlich spiele dies auch keine Rolle, so Fleischer.

Das Entscheidende, so die Lesart in Washington, werde sein, dass Saddam und seine Gefolgsleute nicht mehr die Kontrolle über ihr Land ausüben. Auch wenn der Verbleib von Saddam ungeklärt bleiben sollte, würde das die USA nicht davon abhalten, zu einem bestimmten Zeitpunkt den Sieg zu erklären. Wann dieser Zeitpunkt gekommen ist, hängt wesentlich von der Einschätzung des US-Oberbefehlshabers im Irak-Krieg, Tommy Franks, ab. Die letzte Entscheidung liege aber bei Bush. Wie verschiedene Regierungsbeamte andeuten, streben die USA einen „fließenden“ Sieg an und nicht mehr eine offizielle Kapitulation des Gegners.

Wird über Details der „Endspiel“-Planung Stillschweigen bewahrt, so gibt es jedoch Hinweise auf die „grobe Linie“. So sagt ein Beamter, die USA würden in den nächsten Tagen nicht primär auf die „Eroberung und Besetzung“ von Territorium abheben, sondern darauf, „die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass ihr Regime nicht mehr am Ruder ist“.

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