Politik : Saddams Vertraute hingerichtet

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Bagdad - Gut zwei Wochen nach dem irakischen Ex-Präsidenten Saddam Hussein sind am Montag auch zwei seiner Vertrauten hingerichtet worden. Saddam Husseins Halbbruder, der Ex-Geheimdienstchef Barsan al Tikriti, und der ehemalige Richter Awad al Bandar seien in den frühen Morgenstunden gehängt worden, sagte Regierungssprecher Ali al Dabbagh in Bagdad. Die Hinrichtung sei in „sehr würdevoller“ Weise vollzogen worden, betonte er mit Blick auf die Exekution von Saddam Hussein, der kurz vor seinem Tode von Zeugen beleidigt worden war. Der 55-jährige Barsan al Tikriti und der 60-jährige Awad al Bandar waren wie der Ex-Staatschef wegen eines Massakers an Schiiten aus dem Dorf Dudschail zum Tode verurteilt worden.

Bei der Hinrichtung durch den Strang sei der Kopf von Barsan al Tikriti vom Rumpf getrennt worden, berichtete der Sprecher. „Das geschieht selten, aber es geschieht“, fügte er hinzu. Die Verteidiger der beiden Hingerichteten sind nach eigenen Angaben nicht vorab über die mehrfach verschobene Exekution informiert worden.

Das Weiße Haus erklärte schon vor der Hinrichtung, die irakische Regierung lasse „Gerechtigkeit“ gegen diejenigen walten, die wegen „brutaler Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ verurteilt worden seien. In der den Schiiten heiligen Stadt Nadschaf gingen Hunderte Menschen zu Freudenkundgebungen auf die Straße. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso kritisierte die Hinrichtungen: „Wir sind prinzipiell gegen die Todesstrafe.“ Auch das Londoner Außenministerium bekräftigte, es lehne die Todesstrafe ab. Es handele sich aber um die Entscheidung der „souveränen“ irakischen Regierung. Russland hat die Hinrichtung kritisiert. Die Vollstreckung helfe ebenso wenig wie die Hinrichtung Saddams, die Lage im Irak zu stabilisieren, sagte der Sprecher des russischen Außenministeriums, Michail Kamynin. Die Vereinten Nationen hatten eine Aussetzung der Hinrichtungen verlangt. AFP/dpa

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