• Sächsische Regierungskrise: Kanzleramtsminister hält schützend seine Hand über Milbradt

Sächsische Regierungskrise : Kanzleramtsminister hält schützend seine Hand über Milbradt

Kanzleramtsminister de Maizière ist dem sächsischen Ministerpräsidenten Milbradt zu Hilfe geeilt, um Spekulationen über eine Ablöse den Garaus zu machen. Er würde auf keinen Fall der Nachfolger von Milbradt werden, so de Maizière.

DresdenKanzleramtsminister Thomas de Maizière hat sich in der sächsischen Regierungskrise hinter Ministerpräsident Georg Milbradt (beide CDU) gestellt und Spekulationen über dessen Nachfolge dementiert. "Ich will einen Beitrag zur Stabilisierung der Situation und zur Stabilisierung Georg Milbradts als Ministerpräsident und Parteivorsitzender leisten", sagte de Maizière der "Sächsischen Zeitung". Er war am Montagabend zur Krisensitzung des Landesvorstands gekommen, dem er als Beisitzer angehört.

De Maizière widersprach Spekulationen, er könne Milbradts Nachfolger im Fall eines schlechten Abschneidens bei der Landtagswahl 2009 werden. Dem Sender MDR Info sagte der frühere Landesminister, er wolle sich an der Beilegung der Krise nur "in der Rolle, die ich jetzt habe, und keiner anderen" beteiligen. De Maizière saß zwischen 1999 und 2005 in der Landesregierung - unter dem damaligen Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) als Chef der Staatskanzlei und Finanzminister, unter Ministerpräsident Milbradt zunächst als Minister für Justiz, dann für Inneres.

Der Kanzleramtsminister habe Milbradt indirekt zur raschen Umbildung des Landeskabinetts aufgerufen, schreibt die Zeitung weiter. Teilnehmern zufolge riet de Maizière dem Ministerpräsidenten, noch vor dem Landesparteitag "ein Signal für neue Leute zu setzen". Zudem müsse es in der CDU einen "neuen Stil der Zusammenarbeit" geben. CDU-Landtagsfraktionschef Fritz Hähle soll laut Zeitung von der "schwersten Krise der sächsischen Union seit 17 Jahren" gesprochen haben. (mit dpa)

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