Salzgitter : Blindgänger aus Weltkrieg über Endlager Schacht Konrad

Über dem künftigen Atommüllendlager Schacht Konrad in Salzgitter liegen offenbar Bombenblindgänger und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Das Bundesamt für Strahlenschutz, das die ehemalige Eisenerzgrube derzeit zum Endlager umrüstet, lässt deshalb das Gelände um Schacht 2 nach vergrabenen Kampfstoffen absuchen.

Reimar Paul

Salzgitter - Durch den Schacht 2 des Bergwerks soll später der Atommüll in die unterirdischen Einlagerungskammern gebracht werden. „Wir haben für die Suche nach Kampfmitteln eine private Firma beauftragt“, sagte der Leiter der Konrad-Info-Stelle des BfS, Michael Linkersdörfer, dem Tagesspiegel. Die Experten sondieren das Areal zunächst mit Metalldetektoren. „Wenn sie damit was orten, müssen sie tiefer graben. Werden sie fündig, müssen sie den Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Niedersachsen informieren“, sagte Linkersdörfer.

Den Verdacht, dass Blindgänger auf dem Konrad-Gelände vergraben sein könnten, hegt das BfS nach eigenen Angaben schon länger. Die Alliierten hatten kurz nach Kriegsende Luftaufnahmen mit Spezialkameras gemacht. Die Stadt Salzgitter und das Industriegebiet rund um Schacht Konrad mit den „Hermann-Göring-Werken“ (später: Salzgitter AG) und anderen Großbetrieben wurden im Krieg von der britischen und US-Luftwaffe heftig bombardiert. Das BfS hat Hinweise auf insgesamt28 Blindgänger auf dem Konrad-Gelände. Die Suche soll im Juni abgeschlossen sein. Die Sicherheit der umliegenden Betriebe sowie der Bevölkerung sei während der Arbeiten zu jeder Zeit gewährleistet, versichert das BfS. Das Endlager soll Ende 2013 oder 2014 den Betrieb aufnehmen.

Tausende Umweltschützer protestierten am Donnerstagabend mit einer Lichterkette gegen die Atommülllager Asse und Konrad. Die Polizei sprach von mehr als 10 000, die Organisatoren von bis zu 20 000 Demonstranten. Die Lichterkette unter dem Motto „Wir bringen Licht ins Dunkel“ war rund 50 Kilometer lang. Etwa 100 Initiativen, Vereine, Kirchengemeinden sowie Parteien und Gewerkschaften hatten zu der Demonstration aufgerufen. 

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