Politik : Sambias Präsident stirbt in Paris

Lusaka/Paris - Zwei Monate nach seinem zweiten Schlaganfall ist der Präsident Sambias, Levy Mwanawasa, in Frankreich gestorben. Der 59-Jährige sei am Dienstagvormittag in einer Pariser Klinik aus dem Leben geschieden, sagte der sambische Vizepräsident Rupiah Banda in Lusaka. Banda ordnete eine siebentägige Staatstrauer an und forderte seine Landsleute auf, „sich während dieser Zeit ruhig zu verhalten“. Nach der sambischen Verfassung übernimmt der Vizepräsident die Amtsgeschäfte; binnen drei Monaten müssen Neuwahlen in dem südafrikanischen Land stattfinden.

Mwanawasa stand seit 2002 an der Spitze Sambias. Er war einer der wenigen afrikanischen Staatschefs gewesen, der die Wahlen im benachbarten Simbabwe wegen der gewaltsamen Unterdrückung der Opposition kritisiert hatte. Noch zum Gipfel des südafrikanischen Staaten am Wochenende ließ er seinen Außenminister eine Erklärung verlesen, in der er die Gewalt in Simbabwe als „Schandfleck für den Kontinent“ geißelte. In Sambia sind tausende Flüchtlinge aus Simbabwe untergekommen. Allerdings hat Sambia beim Tourismus auch von der Krise profitiert. Reisende, die die Viktoriafälle sehen wollen, tun das inzwischen überwiegend von sambischer Seite aus. Im Land leben aber auch immer noch Flüchtlinge aus Angola und dem Kongo, die während der jeweiligen Bürgerkriege aus ihren Ländern geflüchtet waren. Sambia profitiert jedoch auch vom Diamantenreichtum im Südosten Kongos. Zwar gibt es auch in Sambia Diamantenminen, doch die sind weniger ergiebig. Die meisten Diamaten aus dem Kongo werden illegal über Sambia auf den Weltmarkt gebracht. AFP /deh

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