Sanaa : Mehrere Tote bei Anschlag auf Irans Botschafter im Jemen

Bei einem gegen den Iran gerichteten Bombenanschlag in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind mehrere Menschen getötet worden. Täter sind mutmaßlich sunnitische Extremisten, die den Iran der Unterstützung schiitischer Bevölkerungsteile verdächtigen.

Nach dem Bombenanschlag vor der iranischen Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa bergen Rettungskräfte Opfer.
Nach dem Bombenanschlag vor der iranischen Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa bergen Rettungskräfte Opfer.Foto: Reuters

Bei einem Anschlag auf die Residenz des iranischen Botschafters im Jemen sind am Mittwoch mehrere Menschen getötet worden. Eine Autobombe explodierte vor dem Wohnsitz des Botschafters Hassan Sajed Nam im Diplomatenviertel Hada der jemenitischen Hauptstadt Sanaa, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Laut einem Vertreter der Sicherheitskräfte war Nam, der erst am Montag in Sanaa akkreditiert worden war, zur Zeit des Anschlags außer Haus. Demnach wurde mindestens einer der drei Wachleute getötet. Die Botschafterresidenz wurde durch die Explosion schwer beschädigt.
Sunnitische Extremisten im Jemen verdächtigen den Iran, die schiitischen Huthi-Rebellen zu unterstützen. Die Rebellenbewegung hatte im September nach wochenlangen Protesten die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht. Seitdem stärkte die Bewegung aus dem Norden des Landes, die im Namen der schiitischen Minderheit mehr politische Mitsprache in der Zentralregierung in Sanaa fordert, auch ihre Machtposition im Zentrum und Osten des Landes.
Ihr Vormarsch stößt aber auf den Widerstand sunnitischer Stammesmilizen, die der Al-Islah-Partei nahestehen und gemeinsam mit der Extremistengruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (Aqap) gegen die Schiiten kämpfen. Sie werfen dem Iran vor, die schiitischen Huthi-Rebellen zu unterstützen. Der Iran wird traditionell als Schutzmacht der schiitischen Minderheit im Jemen betrachtet. Der Jemen wird seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Ali Abdullah Saleh im Jahr 2012 von Gewalt und schweren politischen Unruhen erschüttert.

Vier Tote bei Anschlag auf UN-Konvoi vor Flughafen von Mogadischu

Bei einem Anschlag auf einen UN-Konvoi vor dem internationalen Flughafen der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mindestens vier Menschen getötet worden. Der Attentäter habe sein Auto in ein Begleitfahrzeug der Sicherheitskräfte gerammt, sagte der Polizeibeamte Mohammed Liban der Nachrichtenagentur AFP. Er habe vier Opfer gesehen, doch dürfte es mehr Tote geben. Es herrsche Chaos in der Gegend, die Untersuchung laufe noch, sagte Liban. Der Anschlag ereignete sich an der Zufahrt zum schwer gesicherten Flughafen, wo sich auch mehrere Botschaften befinden.
In der Nähe des Flughafens liegt zudem das Hauptquartier der Truppe der Afrikanischen Union, die die schwache Zentralregierung im Kampf gegen die radikalislamische Shebab-Miliz unterstützt. Der UN-Konvoi wurde von mehrere Pickups mit privaten Sicherheitsleuten begleitet. Die vier gepanzerten Fahrzeuge des Konvois brachten ersten Berichten zufolge UN-Mitarbeiter vom Flughafen zu einem Gebäude in der Stadt. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Angriff, doch richtete sich der Verdacht auf die Shebab-Miliz, die immer wieder blutige Anschläge in Mogadischu verübt. (AFP)

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