Politik : Sarkozy drängt Kolumbien zu Verhandlungen mit Rebellen

Paris - Im Ringen um eine Freilassung der Geiseln in der Gewalt der kolumbianischen Guerillaorganisation Farc dringt Frankreich auf eine Garantie für die Unabhängigkeit der Vermittler. Bei einem Gespräch mit dem kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe in Paris erklärte sich Präsident Nicolas Sarkozy am Montag bereit, die Vermittlungsdienste der katholischen Kirche zu unterstützen.

Sarkozy engagiert sich insbesondere für die Freilassung der 2002 von der linksgerichteten Farc verschleppten Grünen-Politikerin Ingrid Betancourt, die auch Französin ist. Frankreich, Spanien und die Schweiz unterstützen derzeit die Bemühungen der katholischen Kirche um eine Freilassung der Geiseln.

Es könne „nützlich sein“ wenn diese Hilfsbemühungen über die Garantien der Unabhängigkeit und den Diskussionsspielraum verfügten, die für ihren Erfolg „unverzichtbar“ seien, sagte Sarkozy nach Angaben des Élyséepalasts. Uribe wollte nach seinen Pariser Gesprächen auch Spanien, die Schweiz und Brüssel besuchen. Er möchte die Europäer für eine medizinische Hilfsaktion für die Geiseln gewinnen. Sarkozy rief Uribe auf, kein nützliches Angebot auszuschlagen. Er versprach, Frankreich werde bei der Einschätzung der Farc solidarisch mit der europäischen Position bleiben.

Die Farc stellt die Freilassung von knapp 50 Geiseln im Austausch gegen 500 einsitzende Guerilleros in Aussicht. Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hatte dazu aufgerufen, die Farc als politische Kraft anzuerkennen. Uribe lehnt dies ab. Die Farc, die seit Jahrzehnten die kolumbianische Zentralregierung bekämpft, hält hunderte von Geiseln im Urwald gefangen, viele davon über Jahre hinweg. In einem Interview verglich Uribe die Lage der Farc-Geiseln mit der der Juden im Dritten Reich. „Die Geiseln haben so leiden müssen wie die Juden in den Konzentrationslagern von Hitler.“ dpa

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