Politik : Sarkozy fordert Reform der Euro-Zone

Paris - Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat seine Landsleute in einer Grundsatzrede zur Zukunft der EU auf harte Zeiten eingeschworen. Vor 5000 Zuhörern betonte er am Donnerstag in der Mittelmeerstadt Toulon, wo er auch nach dem Fall der Investmentbank Lehman Brothers 2008 eine Rede gegen das Finanz-Spekulantentum gehalten hatte: „Die Angst ist heute zurück.“ Entgegen allen Ratschlägen sei er aber entschlossen, den Franzosen in aller Deutlichkeit den Ernst der Lage nahezubringen. Die Einführung der 35-Stunden-Woche und die Verkürzung der Lebensarbeitszeit seien schwere Fehler gewesen, deren Konsequenzen Frankreich heute zu zahlen habe. Zugleich forderte Sarkozy energische Reformen in der Euro-Zone. Die Euro-Zone brauche striktere Kontrollen der nationalen Haushalte und schnellere, automatischere Sanktionen gegen Defizitsünder, sagte der Staatschef.

Frankreich müsse alle Zweifel zerstreuen, dass es seine Schulden nicht zurückzahlen könne, damit das Land auch in schwierigen Zeiten weiter sein Schicksal bestimmen könnte, sagte Sarkozy. Frankreich habe die Chance, gestärkt aus der Krise hervorzugehen, betonte er in seiner landesweit im Fernsehen übertragenen Rede. Mit einer konsequenten Entschuldung kündige sich ein neuer Wirtschaftszyklus an, sagte Sarkozy.

Details eines mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgearbeiteten Rettungsplanes, der den Durchbruch in der Krise bringen soll und den er am Montag in Paris gemeinsam mit der deutschen Regierungschefin vorstellen will, nannte Sarkozy zunächst nicht. Paris und Berlin dringen auf zügige Änderungen der EU-Verträge für eine strengere Überwachung der Euro-Stabilitätsregeln. dpa/rtr

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