Sarkozy schaltet sich ein : Französische Konservative weiter im Führungsstreit

Im erbittert geführten Streit um die Führung von Frankreichs Konservativen richten sich jetzt alle Blicke auf Ex-Staats- und Parteichef Nicolas Sarkozy.

Jean-François Copé ist der neue Chef der französischen Konservativen. Nun jetzt auch ganz sicher.
Jean-François Copé ist der neue Chef der französischen Konservativen. Nun jetzt auch ganz sicher.Foto: Reuters

Der 57-Jährige traf am Montag den bei der Urwahl vor einer Woche unterlegenen Kandidaten François Fillon, zudem telefonierte er mit Wahlsieger Jean-François Copé. Eine parteiinterne Beschwerdekommission bestätigte Copés Sieg. Fillon traf Sarkozy in dessen Büro in Paris. Dabei habe Sarkozy seinen früheren Regierungschef in seinem Kampf um die Parteispitze „weder entmutigt noch ermutigt“, verlautete aus Fillons Umfeld. Copé führte nach Angaben aus seinem Lager ein „langes und herzliches“ Telefongespräch mit dem Ex-Staatschef.

Der erbitterte Kampf um die Parteiführung der UMP war nach der chaotischen Urwahl vom Sonntag vor einer Woche eskaliert. Die Wahlkommission der Partei erklärte den bisherigen UMP-Generalsekretär Copé mit hauchdünnem Vorsprung zum Sieger. Fillon hat das Ergebnis angefochten und will die Justiz einschalten. Am Montag gab er bekannt, die Wahlunterlagen unter richterliche Kontrolle stellen zu wollen. Gerichtsvollzieher sollten die Dokumente vor „Manipulationen“ schützen.

Die Beschwerdekommission der UMP, die das Ergebnis der Urwahl überprüfte und Vorwürfen des Wahlbetrugs nachging, erklärte am Abend, Copé habe mit 952 Stimmen Vorsprung vor Fillon gewonnen. Die Wahlkommission hatte Copé vor einer Woche noch einen Vorsprung von nur 98 Stimmen bescheinigt. Fillon erklärte umgehend, Copé habe sich „erneut in einem Putsch zum Vorsitzenden ausrufen lassen“. Die Entscheidung der Kommission sei „illegal“, das Gremium biete „keine Garantie dafür, unparteiisch zu sein“. Copé rief Fillon auf, das Ergebnis anzuerkennen und mit ihm zusammenarbeiten. „Wir brauchen ihn“, sagte er mit Blick auf seinen erbitterten Rivalen. (AFP)

» Mehr Politik? Tagesspiegel lesen + 50 % sparen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar