Politik : Sarkozy verteidigt in Bulgarien Besuch seiner Frau bei Gaddafi

Sofia - Zwei Monate nach der Freilassung der Krankenschwestern aus libyscher Haft hat ihr Heimatland Bulgarien Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy mit seiner höchsten Auszeichnung geehrt. Bulgariens Präsident Georgi Parwanow überreichte Sarkozy am Donnerstag in Sofia den Orden in einer feierlichen Zeremonie. Sarkozy hob dabei die Rolle seiner Ehefrau Cécilia hervor, die in seinem Auftrag „auf eine bestimmte Art entscheidend“ an der Befreiung der Krankenschwestern mitgewirkt habe. Parwanow lobte „die Entscheidungskraft“ des Ehepaares Sarkozy, diese habe „zu einer endgültigen Lösung und einem glücklichen Ende“ der Angelegenheit geführt.

Die fünf bulgarischen Krankenschwestern und ein Arzt waren Ende Juli nach acht Jahren Haft freigekommen. Sie waren in Libyen wegen des Vorwurfs, Kinder vorsätzlich mit dem Aids-Virus infiziert zu haben, zum Tode verurteilt worden. Das medienwirksame Eingreifen der Sarkozys war bei mehreren EU-Partnern auf harsche Kritik gestoßen, nachdem die EU mehrere Jahre auf die Freilassung hingearbeitet hatte. Sarkozy reiste zudem einen Tag später nach Tripolis, um mit Libyens Staatschef Muammar al Gaddafi die Lieferung von Raketen und einem Atomreaktor zu vereinbaren.

Um Krisen beizulegen, „darf man nicht demütigen, sondern muss versuchen zu verstehen“, sagte Sarkozy. In einem Interview mit der bulgarischen Zeitung „24 Tschassa“ sagte er, seiner Frau sei es gelungen „einen direkten und persönlichen Kontakt“ mit Gaddafi herzustellen, was „ein entscheidender Trumpf“ gewesen sei. Dagegen seien die Bemühung der „traditionellen Diplomatie“ zu lange vergeblich geblieben. Sarkozy erklärte die Abwesenheit seiner Frau beim ersten Besuch eines französischen Staatschefs in Bulgarien seit 1994 damit, dass sie durch die politischen Angriffe in Frankreich nach der Freilassung der Krankenschwestern „verletzt“ sei. Sarkozy traf am Donnerstag auch die Krankenschwestern.AFP

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