Politik : Sarkozy will gegen Krawalle hart vorgehen

Hans-Hagen Bremer

Paris - Nach den Krawallen in mehreren Pariser Vorstädten hat Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy ein hartes Vorgehen gegen die Randalierer angekündigt. „Wer auf Polizisten schießt, muss mit dem Schwurgericht rechnen“, sagte der Staatschef am Mittwoch in Eubonne bei Paris, wo er unmittelbar nach der Rückkehr von einem Staatsbesuch in China einen bei den Unruhen schwer verletzten Polizeikommissar im Krankenhaus aufgesucht hatte. Man werde die Schützen finden, erklärte er, und wegen versuchten Mordes zur Verantwortung ziehen.

Einem Großaufgebot der Polizei gelang es in der Nacht zum Mittwoch, die Unruhen in Villiers-le-Bel und den anderen Pariser Vororten einzudämmen. 22 Personen wurden festgenommen. Seit dem Beginn der Unruhen, die am Sonntagabend nach dem tödlichen Zusammenstoß zweier Jugendlicher auf einem Motorrad mit einem Streifenwagen ausbrachen, wurden 130 Beamte verletzt. Einige wurden durch Schüsse aus Schrotflinten gefährlich im Gesicht getroffen.

Sarkozy empfing die Familien der beiden verunglückten Jugendlichen und kündigte ein richterliches Untersuchungsverfahren zur Aufklärung des Unfallhergangs an. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ergaben die bisherigen Ermittlungen, dass das Motorrad der Jugendlichen bei hoher Geschwindigkeit mit dem langsam fahrenden Streifenwagen zusammenstieß. Die schweren Beschädigungen an dem Fahrzeug seien von wütenden Bewohnern mit Eisenstangen verursacht worden. Dem stehen die Aufnahmen eines Amateurfilmers entgegen, die den Zustand des Wagens unmittelbar nach dem Aufprall zeigen. Die Aufnahmen könnten die Version widerlegen, wonach der Streifenwagen mit geringem Tempo fuhr. Hans-Hagen Bremer

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